Die Highlights der Leichtathletik-EM in Berlin

Gina Lückenkemper will bei der EM die maximale Ausbeute

100 m Frauen (Medaillenentscheidung: 7. August, 21.30 Uhr): Tiefstapeln ist nichts für Gina Lückenkemper. Zwei Medaillen will die deutsche Sprint-Hoffnung bei der EM gewinnen, eine über 100 m, eine in der 4x100-m-Staffel. Sollte das gelingen, würde Lückenkemper ihren Status als eine der Hoffnungsträgerinnen der deutschen Leichtathletik-Zukunft mehr als untermauern. Bereits jetzt sehen viele in der 21-Jährigen einen potenziellen Top-Star. Nicht nur wegen ihrer Leistung - im vergangenen Jahr blieb sie erst als siebte Deutsche unter der 11-Sekunden-Schallmauer -, sondern auch wegen ihres unverstellten Auftretens.

Kugelstoßen Frauen (8. August, 20.09 Uhr): Christina Schwanitz gegen den Rest Europas. Die 32-Jährige peilt trotz eines Autounfalls vor zwei Wochen ihr drittes EM-Gold in Serie an - als erste deutsche Kugelstoßerin. Schwanitz, die erst in dieser Saison nach der Geburt ihrer Zwillinge und der folgenden Babypause in den Ring zurückkehrte, ist die klare Favoritin, bei den deutschen Meisterschaften gelang ihr wieder ein Stoß über 20 Meter. Zuletzt war ihr das vor zwei Jahren in Amsterdam gelungen - bei ihrem letzten Sieg bei einer EM.

Diskuswurf Männer (8. August, 20.20 Uhr): Es soll die Abschiedsshow des Robert Harting werden. Wenn am Mittwoch die Diskuswerfer in den Ring steigen, kann sich der London-Olympiasieger letztmals bei einer internationalen Meisterschaft beweisen. Eine gelungene Qualifikation am Vortag ist dafür allerdings Pflicht. Für Harting, der die fast gesamte Saison von einer Knieverletzung behindert wurde, schließt sich in Berlin der Kreis: 2009 holte er hier im letzten Versuch seinen ersten von insgesamt drei WM-Titeln. Ob er allerdings um die Medaillen mitwerfen kann, ist fraglich, die Konkurrenz ist stark. Vier Werfer kamen in dieser Saison schon über 67,50 m - darunter auch sein Bruder, Rio-Olympiasieger Christoph Harting.

Speerwurf Männer (9. August, 20.22 Uhr): Weltmeister Johannes Vetter, der deutsche Meister Andreas Hofmann und Olympiasieger Thomas Röhler sind die Nummer eins, zwei und drei der Welt. Das Podium bei der EM also fest in deutscher Hand? So einfach wird es wohl nicht. In den letzten Wettbewerben zeigte sich vor allem der Este Magnus Kirt stark, dahinter lauern weitere Werfer, die auf ihre Chance hoffen. Ein Selbstläufer wird es nicht für die deutschen Speerwerfer, die Ausgangslage könnte - vorsichtig formuliert - aber auch deutlich schlechter sein.

100 m Hürden Frauen (9. August, 21.50 Uhr): In Titelverteidigerin Cindy Roleder und der WM-Dritten Pamela Dutkiewicz gehen gleich zwei deutsche Hürdensprinterinnen mit Medaillenchancen an den Start. Doch ein deutscher Zweikampf um Gold wird es nicht werden, zu stark präsentierte sich in diesem Jahr die Konkurrenz. Allen voran die Weißrussin Alina Talaj, die mit 12,41 Sekunden eine Weltklassezeit auf die Bahn zauberte. Insgesamt dürften mehr als eine Handvoll Sprinterinnen mit einer Medaille liebäugeln.

Stabhochsprung Männer (12. August, 19.10 Uhr): Weltrekordler Renaud Lavillenie will seinen "Salto nullo" von vor zwei Jahren vergessen machen, "Wunderkind" Armand Duplantis (Schweden) sein großes Vorbild bei einer Meisterschaft bezwingen. Und dahinter lauern eine ganze Reihe hochdekorierter Athleten. Der Stabhochsprung-Wettbewerb der Männer verspricht eine Menge Spannung. Für den 18-jährigen Duplantis, mit 5,93 m Junioren-Weltrekordler, geht es dabei um seine erste Medaille bei den "Erwachsenen". Derzeit liegt er auf Platz zwei der europäischen Jahresbestenliste. Insgesamt sechs Springer haben bereits die 5,80 m in diesem Jahr überquert, auch Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken).

0Kommentare Kommentar schreiben