Die höchste Pleite der Clubgeschichte

Mit 0:5 verlor RB Leipzig bei Manchester United. Dabei war die Leistung in der Champions League besser, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Manchester/Leipzig.

"Das war eine Packung", fasste RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann die Partie bei Manchester United recht treffend zusammen. "So ein Ergebnis fühlt sich natürlich nicht gut an. Am Ende ist das Resultat aber deutlich zu hoch." Nun gehört es zum Berufsbild, stets die positiven Aspekte an einem Spiel hervorzuheben - auch nach einer 0:5 (0:1)-Klatsche in der Champions League bei Manchester United. Doch tatsächlich war die Leistung der RB-Profis nicht so vernichtend schlecht, wie das Ergebnis es am Ende wirken lässt.

"Wir haben in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht, haben nur im letzten Drittel etwas unsauber agiert", meinte Nagelsmann. Die erste Halbzeit verlief recht ausgeglichen. Den Unterschied machte die Klasse von Weltmeister Paul Pogba, der mit einem herrlichen Pass Mason Greenwood das 1:0 für die Gastgeber auflegte (21.). "Die erste Halbzeit war die Grundlage. Wir haben gut verteidigt, wenn sie uns unter Druck gesetzt haben", sagte Manchesters Trainer Ole Gunnar Solskjaer beim Streamingdienst "Dazn". "In der zweiten Halbzeit, als sich mehr Räume auftaten, da waren die Qualität unserer Spieler und der Abschluss gut". Man könnte auch sagen: gnadenlos effizient. Der eingewechselte Marcus Rashford (74.) erhöhte für die "Red Devils".

"Nach dem 0:2 haben wir leider das Verteidigen eingestellt", ärgerte sich Nagelsmann. Dabei hatte seine Mannschaft durch Ibrahima Konaté (65.) noch eine gute Chance zum Ausgleich gehabt, doch nach dem zweiten Gegentreffer war Leipzig K.o.. Rashford (78., 90.+2) durfte seinen Dreierpack perfekt machen, Anthony Martial (87.) verwandelte zudem einen Foulelfmeter.

So kassierte RB Leipzig die erste Pflichtspielpleite in dieser Saison - und gleich eine ganze bittere. Es war die höchste Niederlage in der jungen Vereinsgeschichte. Zuvor hatte RB 2011 in der Regionalliga mal 1:5 gegen Holstein Kiel verloren und 2015 in der 2. Bundesliga 0:4 gegen den SV Sandhausen. Dass jetzt eine der größten und bekanntesten Fußballclubs der Welt Kiel und Sandhausen aus der Clubchronik verdrängt, ist Ausdruck des rasanten Wachstums von RB.

Lange können sich die Leipziger mit der Niederlage jedenfalls nicht beschäftigen - was vielleicht auch besser ist. Denn es stehen zwei Topspiele mit besonderen Vorzeichen an. Am Samstag tritt die Nagelsmann-Elf bei Borussia Mönchengladbach an. Die "Fohlen" werden von Marco Rose trainiert, der nicht nur gebürtiger Leipziger ist, sondern auch sechs Jahre lang im Red-Bull-Fußball-Kosmos tätig war. Erfolge feierte er vor allem als Trainer von Leipzigs Schwesterclub Red Bull Salzburg. Am Mittwoch folgt dann die Revanche gegen Paris St.-Germain. Die Franzosen zeigten den Leipzigern Mitte August beim 0:3 im Halbfinale der Champions League die Grenzen auf.

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