Die Startgranate will jetzt durchstarten

Jetzt gilt es für Chris Eißler. Will der Rodler vom ESV Lok Zwickau im kommenden Winter im Weltcup mit von der Partie sein, muss er im letzten Ausscheidungsrennen zwei blitzsaubere Läufe hinlegen.

Altenberg.

Die Konkurrenz ist groß unter den deutschen Rodlern. Wenn der Weltmeister (Felix Loch) und der Vizeweltmeister (Ralf Palik) aus der eigenen Mannschaft kommen, hat man die Vorbilder vor Augen, weiß aber auch, wo der Hammer hängt. Chris Eißler ist klar, dass er weiter zulegen muss, wenn er selbst einmal in diese Sphären aufsteigen will. Das mittelfristige Ziel für den 23-Jährigen sind die Olympischen Spiele im Februar 2018 in Pyeongchang, das kurzfristige ein Platz im deutschen Weltcupteam im bevorstehenden Winter. Loch (Berchtesgaden) und Palik (Oberwiesenthal) sind gesetzt, um die drei freien Plätze streiten sich genau genommen vier Rodler. Mit Andi Langenhan (Zella-Mehlis) und Johannes Ludwig (Oberhof) sind darunter zwei Etablierte, die Trainer Torsten Görlitzer gegenüber Eißler (noch) im Vorteil sieht. Auf Augenhöhe ist der Zwickauer mit Julian von Schleinitz aus Berchtesgaden.

Nach wie vor. Das erste deutsche Ausscheidungsrennen am Königssee gewann von Schleinitz, Eißler wurde Vierter. "Da hatte ich nicht meinen besten Tag", sagt der Sachse. Dafür zeigte er dann bei der zweiten Station in Oberhof, was er draufhat. Eißler gewann das Rennen auf seiner deutschen Lieblingsbahn, hat wieder gute Chancen auf das Weltcupticket. Gestern kam er in Altenberg als Dritter einen Platz hinter seinem Hauptkonkurrenten ein, muss am Mittwoch beim vierten und letzten Qualifikationsrennen in Winterberg auf jeden Fall noch eine Schippe drauflegen.

Apropos Winterberg: Auch ein Ort, an den Chris Eißler gern kommt. Im Hochsauerland fuhr der Sportsoldat (mittlerweile im Rang eines Stabsunteroffiziers) im Herbst 2013 völlig überraschend zu seinem ersten und bislang einzigen Weltcupsieg. Das ist drei Jahre her. Dass die Weltcupsaison in diesem Winter wie damals wieder in Winterberg beginnt, könnte eine zusätzliche Motivation für Eißler sein. Sitzt er am letzten Novemberwochenende in Winterberg auf seinem FES-Schlitten, könnte die anstehende eine gute Saison werden. Schafft es der Zwickauer, der seit ein paar Wochen parallel an der TU Chemnitz Mikrotechnik/Mechatronik studiert, in den Weltcup, traut ihm Torsten Görlitzer dort auch konstante Top-Ten-Ergebnisse zu.

Der größte Vorteil des 1,98-Meter-Hünen mit den logischerweise langen Armen: Er ist eine Granate am Start. Ein Vorteil, den er noch weiter ausbauen will. "Jede Hundertstel, die ich da herausholen kann, hilft mir in der Bahn", sagt er. Dort muss er ob seiner Länge in der einen oder anderen Kurve mehr arbeiten als etwas kleinere Kollegen. Zum Beispiel in Kurve 3 auf der Olympiabahn von 2002 in Park City. "Da bin ich noch nie sauber durchgekommen", erzählt Chris Eißler, "aber da bin ich wohl nicht der Einzige." Auch seine Lieblingsbahn steht in den USA. Es ist die in Lake Placid, von vielen Rodlern wegen ihrer Schwierigkeiten gefürchtet. Einfacher zu beherrschen ist der Eiskanal in Innsbruck. Dort findet in diesem Winter die Weltmeisterschaft statt. Eine Bahn - wie gemacht für gute Starter.

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