Distanzschüsse, Joker, Platzverweise: Bundesliga in Zahlen

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Ein Spieltag steht noch an in der Fußball-Bundesliga. Statistische Trends lassen sich trotzdem schon erkennen. In einem Bereich waren die Spieler besonders treffsicher.

Berlin.

Eine Unmenge an Daten wird inzwischen in jedem Bundesliga-Spiel erhoben. Laufleistung, Sprints, Flanken und noch vieles mehr.

Eine Saisonanalyse auf Grundlage einer Datenerhebung gibt einen Einblick, wie sich das Spiel in Deutschlands bester Fußball-Liga in den letzten Jahren verändert hat.

Aus der Distanz:

Es gibt in Fußballspielen kaum etwas schöneres als Distanzschusstore. Doch seit 2004/05 war der Anteil der Schüsse aus der Ferne noch nie so gering wie in dieser Saison - nur 34 Prozent der gesamten Abschlüsse (Stand für diese Saison nach dem 33. Spieltag). Eine Erklärung: Was schön aussieht, gelingt selten und ist in der Regel kein besonders effizienter Versuch, ein Tor zu erzielen. Die zunehmende Nutzung solcher Daten in der Bundesliga könnte mehr Trainer dazu gebracht haben, ihren Spielern davon abzuraten, allzu oft aus der Distanz draufzuhalten.

Passend zum geringeren Anteil der Distanzschüssen gibt es dann auch weniger Tore aus der Ferne. Nur elf Prozent der Treffer in dieser Saison wurden so erzielt, genauso so viel wie 2020/2021. Ein Abwärtstrend ist zu erkennen, 2007/2008 lag der Wert noch bei 18 Prozent. In den letzten Spielzeiten schwankte er zwischen 11 und 13 Prozent.

Treffsicher vom Punkt:

Die Elferschützen waren in dieser Saison besonders zielsicher. 83 Prozent aller Strafstöße wurden verwandelt. Fast eine Bestmarke, 2011/2012 waren es jedoch sogar 87 Prozent. Je fünf Elfmeter verwandelten Erling Haaland, Robert Lewandowski, Max Kruse, Vincenzo Grifo und Branimir Hrgota. Der Freiburger Grifo verschoss als einziger der genannten auch einen Elfmeter.

Passpiel:

Die Dominanz des Kurzpassspiels geht weiter. Nur 13 Prozent aller Zuspiele waren lange Bälle. Der Wert geht seit Jahren zurück. Pro Spiel wurden mit 892 allerdings insgesamt deutlich weniger Pässe gespielt als in der Vorsaison (936). Das ist die niedrigste Zahl der letzten sieben Spielzeiten.

Joker-Tore:

Seit dem Neustart in der Corona-Pandemie sind in der Bundesliga fünf Auswechslungen erlaubt. Das erhöht natürlich auch die Chancen auf Joker-Tore. 2021/2022 trafen eingewechselte Spieler bisher 142 Mal. Nur 2018/2019 gab es mehr (146). Wenn am letzten Spieltag der bisherige Schnitt von 4,3 pro Spieltag übertroffen wird, gibt es einen Rekord. Nils Petersen vom SC Freiburg gelangen in dieser Spielzeit schon vier Joker-Tore, geteilter Bestwert mit Bayerns Eric-Maxim Choupo-Moting. Damit baut Petersen seinen Vorsprung als bislang erfolgreichster Joker in der Bundesliga-Geschichte aus.

Mehr Spieler eingesetzt:

Durch das erhöhte Wechselkontingent und wohl auch zahlreiche Corona-Ausbrüche stieg die Anzahl der insgesamt eingesetzten Spieler zuletzt immer weiter an. In dieser Saison waren es erstmals mehr als 500, bisher 504.

Fairness:

Bereits seit Einführung des Videobeweises zur Saison 2017/18 wird in der Bundesliga laut Stats Perform kontinuierlich weniger gefoult. In dieser Spielzeit gab es pro Spiel im Schnitt nur noch knapp 23,8 Fouls - weniger waren es seit 2004/2005 noch nie. In der Spielzeit 2005/2006 gab es noch 40,6 Foulspiele je Begegnung. Ganz ähnlich ist der Trend bei den Platzverweisen. Nur 0,08 gab es pro Spiel. Zuletzt war dieser Wert vor 35 Jahren so niedrig (1986/1987, 0,06). (dpa)

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