Déjà-vu für Heynen? - Volleys gierig vor «Best-of-one»

In den vergangenen beiden Jahren machten die Berlin Volleys die Meisterschaft beim VfB Friedrichshafen klar. Dieses Mal könnte es für Vital Heynen & Co. erneut ein bitteres Déjà-vu geben. Sportliche Abschiedsgeschenke verteilen die Volleys nicht.

Friedrichshafen (dpa) - Nicht schon wieder! Kurz vor seinem Abschied vom VfB Friedrichshafen könnte Weltmeistertrainer Vital Heynen im packenden Dauerduell mit den Berlin Volleys erneut die Meisterkrönung verwehrt werden.

Nach dem Ausgleich in den Final-Playoffs zum 2:2 erlebt die Volleyball-Bundesliga am Sonntag am Bodensee das ultimative K.o.-Spiel. «Eigentlich wollte ich schnell den Titel. Jetzt haben wir das fünfte Spiel», konstatierte Heynen nach der verpassten vorzeitigen Meisterentscheidung in Berlin. «Es geht nur darum, kleine Sachen zu verändern. Es war nicht dramatisch schlecht.»

Seitdem Heynen zur Saison 2016/17 Trainerlegende Stelian Moculescu in Friedrichshafen abgelöst hat, holte der frühere deutsche Nationaltrainer Titel in Serie: dreimal den Pokal, dreimal den Supercup, außerdem wurden die Friedrichshafener dreimal Hauptrundenerster. Allerdings fehlt vor allem Heynen eben noch die Meisterschaft. Und in den vergangenen beiden Jahren konnten die Berliner den Titelgewinn jeweils ausgerechnet am Bodensee perfekt machen.

«Überall, wo ich dabei bin, spiele ich bis zuletzt. Das war bei der WM auch so. Das ist ein gutes Zeichen», sagte Heynen, der für das Alles-oder-nichts-Spiel am Sonntag einen simpel klingenden Erfolgsplan verfolgt: «Ganz einfach, du musst den ersten Satz gewinnen.»

Für Heynen wäre seine erste deutsche Meisterschaft als Coach ein perfektes Abschiedsgeschenk. Seinen Abgang vom 13-maligen Meister und 16-maligen Pokalsieger Friedrichshafen hatte Polens Weltmeistermacher von 2018 schon Ende Februar offiziell gemacht. Heynen will sich ab Montag eine komplette Saison lang nur der Mission Olympia 2020 in Tokio widmen und mehr Zeit mit seiner in Belgien lebenden Familie verbringen.

Für sportliche Präsente sind die erfolgshungrigen Berliner nicht zu haben. Das war schon bei Moculescus Abschied aus Friedrichshafen 2016 so, der in der damaligen Finalserie den Volleys unterlag. Die Berliner sind nach dem Ausgleich zum 2:2 heiß auf ihre vierte Meisterschaft in Serie. «Wir haben mit einer Serie Best-of-five begonnen», sagte Manager Kaweh Niroomand, «jetzt haben wir ein Best-of-one.»

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