Wintersport
Draisaitl und Schmid tragen deutsche Fahne bei Olympia

Die Wahl ist gefallen: Leon Draisaitl und Katharina Schmid tragen bei der Olympia-Eröffnung die deutsche Fahne. Bei der Abstimmung gab es eine Rekordbeteiligung für Winterspiele.

Predazzo.

Eishockey-Superstar Leon Draisaitl und Skispringerin Katharina Schmid sind bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Italien die deutschen Fahnenträger. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung unter Sportfans und dem Team für die Spiele in Mailand und Cortina, wie der Deutsche Olympische Sportbund verkündete. Zuerst hatte die "Bild" berichtet. Draisaitl wird die deutsche Fahne ins Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion tragen, Schmid kommt diese Ehre bei der parallelen Zeremonie in Predazzo zu.

Rund 135.000 Olympia-Fans hatten bei der Online-Wahl des deutschen Fahnenträger-Duos für die Eröffnungsfeier der Winterspiele ihre Stimme abgegeben. Das sind deutlich mehr als vor Winter-Olympia in Peking vor vier Jahren, als sich 120.000 Menschen an dem Voting beteiligten. 

Draisaitl überwältigt: "Fühle mich total geehrt"

Draisaitl erhielt bei den männlichen Kandidaten mehr als 51 Prozent der Stimmen von den Fans und knapp 41 Prozent aus dem Team. "Das bedeutet mir wirklich unfassbar viel. Ich fühle mich total geehrt", sagte Draisaitl in einer ersten Reaktion, als er die Nachricht erfuhr. "Ich kann es kaum erwarten. Ich freue mich schon seit Monaten wie ein kleines Kind drauf. Das ist jetzt das i-Tüpfelchen für mich."

Für Schmid votierten bei den Frauen knapp 50 Prozent aus der Öffentlichkeit und 37 Prozent des Teams. "Ich freue mich mega-mega, dass ich für Deutschland die Fahne tragen darf", sagte die 29 Jahre alte Schmid. "Bei meinen vierten und letzten Olympischen Spielen ist es mir eine Wahnsinnsehre. Ich freue mich einfach riesig. Ich versuche, alles aufzusaugen, mitzunehmen und das richtig zu feiern."

Draisaitl setzte sich gegen den Nordischen Kombinierer Johannes Rydzek und Rodler Tobias Wendl durch. Schmid erhielt den Vorzug vor Bob-Pilotin Laura Nolte und Snowboarderin Ramona Hofmeister. "Wer es auch immer sein wird, es wird ein würdiges Duo sein", hatte Chef de Mission Olaf Tabor kurz vor Verkündung des Wahlergebnisses gesagt. 

Draisaitl war schon Sportler des Jahres

Draisaitl hatte nach seiner Nominierung erklärt: "Es ist was ganz, ganz Besonderes. Ich meine, wann kannst du als Sportler deine ganze Nation bei einem Turnier, bei einer Olympiade vorne weglaufen und das Land repräsentieren. Das wäre für mich ein absolutes Highlight."

Für den Topstürmer von den Edmonton Oilers sind es die ersten Winterspiele. Im Eishockey-Mutterland Kanada genießt er Superstar-Status und ist aktuell mit einem 112-Millionen-US-Dollar-Vertrag über acht Jahre der weltweit bestbezahlte Spieler. Er wurde bei den Oilers bereits wertvollster Spieler (MVP), bester Scorer und Torschützenkönig der gesamten Liga und 2020 auch zu Deutschlands Sportler des Jahres gekürt. 

Zuletzt hatte bei der Abschlussfeier der Winterspiele 2018 in Pyeongchang nach der deutschen Silbermedaille in Christian Ehrhoff ein Eishockeyspieler die deutsche Fahne getragen. 

Für Schmid wird Olympia letzter Karriere-Höhepunkt

Schmid nimmt zum vierten Mal an den Winterspielen teil. Die Oberstdorferin hat das deutsche Frauen-Skispringen geprägt. Für die siebenmalige Weltmeisterin und zweimalige Silbermedaillengewinnerin bei Olympia sind die Wettkämpfe von Predazzo der letzte große Höhepunkt einer bewegten Karriere.

"Es wäre eine Wahnsinns-Ehre, wenn ich da als Fahnenträgerin einlaufen dürfte", sagte sie kurz vor der Entscheidung. "So eine Chance bekommt man nur einmal im Leben."

Mit 15 Jahren debütierte Schmid in der Saison 2011/12 im Weltcup. Sie war dabei, als die Springerinnen 2014 in Sotschi erstmals bei Olympia starteten. 2018 in Südkorea und vier Jahre später in China gewann Schmid jeweils Silber im Einzel.

Kampf für Gleichberechtigung

Mit der gigantischen Schanze der Winterspiele 2022 in Zhangjiakou wird die 29-Jährige aber auch immer eine ihrer bittersten Karrieremomente verbinden. Im Mixed-Teamspringen wurde sie - damals noch mit dem Nachnamen Althaus - wegen eines nicht regelkonformen Sprunganzugs disqualifiziert. Das deutsche Team hatte dadurch keine Medaillenchance mehr.

Schmid kämpfte stets für Gleichberechtigung auf den Schanzen. Dichtere Wettkampfkalender, ein aufgestocktes Programm bei WM und Olympia sowie größere mediale Aufmerksamkeit waren wichtige Schritte auf dem Weg dorthin. Die bevorstehende Premiere ihrer Kolleginnen bei der nächsten Vierschanzentournee wird die Allgäuerin dagegen nur noch als Zuschauerin erleben. Kurz nach Weihnachten verkündete sie ihr Karriereende in diesem Frühjahr. (dpa)

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