E-Sport- und Gaming-Veranstaltungsort LVL entsteht in Berlin

Es soll ein neuer Begegnungsort für Fans von Games und E-Sport werden: Mitten in Berlin eröffnet Ende des Monats «LVL», eine Mischung aus E-Sport-Arena, Gaming-Café, Burgerrestaurant und TV-Studio. Die Pläne der Macher sind aber noch viel größer.

Berlin (dpa) - Dorian Gorr steht hoffnungsvoll und etwas aufgeregt in seiner Baustelle. Unter weißen Kunststoffplanen und Malervlies lässt sich erahnen, wie das «LVL» einmal aussehen soll: Viel weiß, futuristisches Design mit verwinkelten Strukturen und kaum ein Ort, der nicht mindestens einen Bildschirm im Blickfeld hat.

Ende des Monats soll in der Nähe des Checkpoint Charlie der neue Veranstaltungsort eröffnen. Auf 2500 Quadratmetern soll er Begegnungsstätte sein für Fans von Games und E-Sport - gleichzeitig aber auch Burger-Restaurant, Bar, Gaming-Café, Turnierarena, TV-Studio, Trainingsraum und Kino. Insgesamt passen etwa 500 Gäste gleichzeiti hinein, jährlich rechnen die Macher mit etwa 250 000 Besucherinnen und Besuchern.

Im Fokus steht aber vor allem eines: Content-Produktion. Zur Strategie von Veritas Entertainment, der Firma hinter LVL, gehören eigene Kanäle auf Twitch und Youtube, sagt Managing Director Gorr. «Der eigene Content, den wir ausstrahlen und die Reichweite, die wir damit generieren, ist wichtiger als beispielsweise, wie viele PCs zu wie viel Prozent ausgelastet sind.»

Konkret heißt das: «Wir werden Streamer auf die Bühne packen, die mit ihrer Community hier eine ganz neue Form von Engagement haben. Wir sprechen mit großen Musiklabels gerade, deren Musiker sind auch Gamer und die wollen auf der Bühne mit ihren Fans spielen. E-Sport-Turniere werden genauso stattfinden wie Spielevorstellungen oder Communityturniere.» Das alles wird dann über die Social-Media-Kanäle von LVL verbreitet.

Damit nimmt sich das Unternehmen ein Beispiel an anderen E-Sport-Unternehmen. Bei Turnierveranstaltern wie ESL und StarLadder steht mehr im Vordergrund, wie viele Menschen die Streams einschalten, als die Zahl der Ticketverkäufe.

Insgesamt ist der Veranstaltungsort in zwei Bereiche aufgeteilt. Das Erdgeschoss soll «Casual Fans» ansprechen; also Menschen, die zwar mit Gaming in Berührung sind, aber nicht jedes Turnier bis ins letzte Detail verfolgen. Neben dem Burgerrestaurant gibt es hier einen Shop, Arcade-Automaten, einen Virtual-Reality-Bereich und Spielkonsolen.

Das Zentrum des LVL steht im Untergeschoss: eine große, 14 Tonnen schwere Kuppel aus Metall und Glas. Darunter können E-Sportler gegeneinander spielen, ohne dass sie Geräusche von außen mitbekommen. Aus der Notwendigkeit für einen schalldichten Raum hätten die Macher ein Feature gemacht, sagt Gorr. Unter der Kuppel könnten flexibel unterschiedliche Disziplinen ausgetragen werden. Sogar eine Wand könne man einziehen, um beide Teams physisch voneinander zu trennen.

Um die Kuppel herum sind mehrere Ränge mit Sitzplätzen, etwa 200 bis 250 Menschen sollen hier Platz haben. Außerdem gibt es eine Bar und einen VIP-Bereich. Ebenfalls im Untergeschoss sind mehrere Reihen mit PCs, die Besucherinnen und Besucher zum Zocken mieten können und in Altersklassen unterteilt sind.

Auch der Content wird im nicht-öffentlichen Teil des Untergeschosses produziert. Es gibt einen Regie-Raum, TV-Studios, und kleine Räume, aus denen Let's-Play-Streams produziert werden können.

Ob das Konzept aufgeht, ist wie bei jedem Start-Up noch offen. Zwar gilt Berlin als europäisches Zentrum für E-Sport; unter anderem wird hier die europäische League-of-Legends-Liga LEC ausgetragen. Auch die weltweit und in diversen Disziplinen aktive Organisation G2 Esports hat hier ihren Sitz und ist Partner des LVL. Auf der anderen Seite steht etwa die E-Sport-Bar «Meltdown» in Berlin-Neukölln, die im Januar 2018 nach vier Jahren Betrieb dichtgemacht hatte.

Die Investoren glauben offenbar an die Unternehmung. 10 Millionen US-Dollar habe Veritas Entertainment laut Mitteilung bereits eingesammelt, darunter vom Berliner E-Sport-Investor Bitkraft. Weitere Standorte sollen hinzukommen, unter anderem New York und São Paulo stehen im Raum. In Berlin geht es los am 26. März


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