Eiskunstlauf-Awards in sieben Kategorien

Die Premiere ist gelungen. Zum ersten Mal sind verdienstvolle Eiskunstläufer, Trainer und Choreografen mit dem ISU Skating Award geehrt worden. Wenn auch 111 Tage später als ursprünglich geplant.

Detroit.

Die Fans von Yuzuru Hanyu mussten lange warten. Das Beste kommt zum Schluss. Bei der Auszeichnung "Most Valuable Skater" kletterten die Live-Zuschauerzahlen auf dem Youtube-Kanal der Internationalen Eislaufunion ISU auf über 19.700. Die meisten hatten geahnt, dass der Preis für den Sportler, der die Popularität des Eiskunstlaufs bei Publikum, Medien und Sponsoren in der Saison 2019/20 am meisten gesteigert hat, an den zweifachen Olympiasieger aus Japan gehen würde. "Für mich persönlich sind die Augen und Stimmen der vielen Fans immer ein zusätzlicher Druck", gestand der 25-Jährige. "Ich spüre ihre hohen Erwartungen. Manchmal ist es sehr hart. Aber dieser Druck macht mich tatsächlich stärker."

Eigentlich sollte die Premiere der ISU Skating Awards am 22. März, dem letzten Tag der Weltmeisterschaften im Centre Bell von Montréal stattfinden, doch die Titelkämpfe wurden aufgrund der Covid-19-Pandemie abgesagt. Statt der öffentlichen Preisverleihung fand 111 Tage später am Samstagabend eine virtuelle Zeremonie statt. Basierend auf den Ergebnissen der Saison 2019/20 hatte eine Auswahlkommission am 1. Dezember eine Liste von Kandidaten veröffentlicht. Über die durften die Fans, ISU-Mitglieder und Medien bis zum 10. Februar online abstimmen. Auf Grundlage der Resultate wurden drei Nominierte pro Kategorie bekannt gegeben. Über die Gewinner entschied eine Jury unter dem Vorsitz von ISU-Ratsmitglied Marie Lundmark, der sechs erfolgreiche Eiskunstläufer angehörten: Miki Ando, Surya Bonaly, Tatjana Nawka, Eric Radford, Lu Chen und Todd Eldredge. Olympiasieger Charlie White und seine Frau Tanith (Belbin), die am Samstag zudem ihren 36. Geburtstag beging, moderierten die zweistündige Veranstaltung live aus dem Detroit Skating Club in einer sehr sympathischen Art. "Wir alle haben das Eiskunstlaufen in den vergangenen Monaten vermisst und konnten es kaum erwarten, auf einige der Momente und Menschen zurückzublicken, die die letzte Saison so besonders gemacht haben", sagte Tanith White, die Eistanz-Silbermedaillengewinnerin von Turin 2006. Während der Show wurden die Nominierten live zugeschaltet. Es erinnerte ein wenig an die Oscar-Verleihung. Der Siegername steckte jedoch nicht in einem verschlossenen Umschlag, sondern wurde von der Jury live per SMS übermittelt.

Die Trophäe für den Besten Newcomer erhielt Aljona Kostornaja aus Russland. Im ersten Jahr bei den Senioren triumphierte sie im Dezember beim Grand-Prix-Finale in Turin und wurde im Januar Europameisterin in Graz "Ich bin stolz und glücklich", strahlte die 16-Jährige. "Das war völlig unerwartet. Ich hätte nie gedacht, dass ich gewinnen würde."

Bei der Wahl zum Besten Trainer setzte sich Eteri Tutberidse (46) gegen Brian Orser und Rafael Arutyunyan durch. Als Bester Choreograf wurde die Kanadierin Shae-Lynn Bourne (44) gewürdigt, die unter anderem für die ausdrucksstarken Küren von Nathan Chen und Mariah Bell verantwortlich zeichnet. Der Preis für das Beste Kostüm ging an Madison Chock (28)/Evan Bates (31) aus den USA für ihren "Egyptian Snake Dance". Den Pokal für das Unterhaltsamste Programm hatten sich Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron (beide 25) aus Frankreich mit ihrem Rhythm Dance zur Musik von "Fame" verdient. Über die Auszeichnung für seine Lebensleistung durfte sich der vierfache Weltmeister Kurt Browning (54) freuen, der als begnadeter Läufer, leidenschaftlicher Showstar und Choreograf erfolgreich war und als Vorbild in der Szene gilt. "Ich liebe Eiskunstlaufen", betonte Browning. "Ich bin so begeistert von diesem Sport, dass ich hoffe, dass ich für den Rest meines Lebens damit verbunden bleibe."

Das Video der Preisverleihung ist auf dem Youtube-Kanal der ISU zu sehen. Bis Sonntag wurde es mehr als 135.000-mal aufgerufen.

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