EM-Aus erneuter Rückschlag für Sophie Scheder

Die Olympiadritte am Stufenbarren muss wegen einer Hand-OP auf die Titelkämpfe verzichten. Das bedeutet noch mehr Verantwortung für ihre Chemnitzer Teamkameradin Pauline Schäfer.

St. Etienne/Chemnitz.

Das ist ganz bitter. Nur zwei Wochen nachdem Sophie Scheder bei der EM-Quali- fikation der deutschen Turnerinnen zu Hause in Chemnitz ein glanzvolles Comeback gefeiert hatte, ereilte die 21-Jährige das Aus für die kontinentalen Titelkämpfe Anfang August. "Sie ist am Donnerstag an der Hand operiert worden. Da gehen wir jetzt kein Risiko ein, sie wird in Glasgow nicht dabei sein", sagte die deutsche Cheftrainerin Ulla Koch am Samstag am Rande des Dreiländerkampfes im französischen St. Etienne.

Der Grund für diese Entscheidung ist eine Verletzung, die sich Sophie Scheder im Trainingsalltag nach ihrem Comeback in Chemnitz eingehandelt hatte. Bei einer Abstützbewegung zog sich der Schützling von Gabi Frehse einen knöchernen Sehnenanriss in Grundgelenk des linken Ringfingers zu. "Das ist bitter für mich, hatte ich mich doch gerade wieder herangekämpft. Ich hoffe, dass es noch für die Europameisterschaft reicht", hatte die Olympiadritte am Stufenbarren danach gesagt.

Diese Hoffnung erfüllte sich nicht, dabei hatte Scheder knapp zwei Jahre für ihre Rückkehr geschuftet. Denn der starke Auftritt bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, als sie sich Mitte August 2016 sensationell auf das Podest geturnt hatte, war damals zugleich ihr letzter Wettkampf gewesen. Danach hatte sich die gebürtige Wolfsburgerin einer Knieoperation bei einem Spezialisten in den USA unterzogen. Die Rehamaßnahmen nach dem komplizierten Eingriff dauerten, zudem setzten sie ein Virus und ein Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel streckenweise immer wieder außer Gefecht. "Das Auf und Ab war für die Psyche sehr anstrengend", sagte sie in der "Freien Presse" über diese Zeit. Jetzt muss Sophie Scheder erneut einen Rückschlag verarbeiten.

Die Stufenbarrenspezialistin ist nicht der einzige Ausfall, den die deutsche Riege für die EM in Schottland verkraften muss. Neben Scheder werden auch die beiden Langzeitverletzten Elisabeth Seitz (Stuttgart) und Tabea Alt (Ludwigsburg) nicht zur Verfügung stehen, weshalb auch mehr Verantwortung auf den Schultern von Pauline Schäfer lastet. Die Schwebebalken-Weltmeisterin aus Chemnitz stellte ihre Klasse auch am Wochenende in St. Etienne unter Beweis. Mit 52,55 Punkten war Schäfer auf Platz drei hinter zwei Französinnen die beste deutsche Mehrkämpferin. Insgesamt reichte es im Länderkampf für die Deutschen mit 155,90 Punkten zu Platz zwei hinter Frankreich (161,40). Dritte wurden die Schweizerinnen (150,00). Für Schäfer und Sarah Voss (Köln) sowie Kim Bui (Stuttgart) und Leah Grießer (Karlsruhe) sind offenbar vier der fünf EM- Tickets vergeben. Die Entscheidung über den letzten Startplatz fällt laut Koch zwischen Michelle Timm (Berlin) und der Karlsruherin Emma Höfele.

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