Endlich spielen ihr die Nerven keinen Streich

Lisa Schöniger vom TuS Chemnitz-Altendorf gelang bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin eine Premiere. Sie steht für die neue Turngeneration.

Berlin/Chemnitz.

Es waren bange Minuten für Lisa Schöniger: Als endlich die Wertung für die letzte Balkenturnerin beim Finale der Deutschen Meisterschaften in Berlin aufleuchtete und ihr Name auf Platz drei stand, flossen Freudentränen. Überglücklich fiel sie ihren Gefährtinnen Sophie Scheder und Lisa Zimmermann sowie Trainerin Gabi Frehse in die Arme. Die Glückwünsche weiterer Mitstreiterinnen nahmen kein Ende. Es war zu spüren, jeder aus der Turnfamilie gönnte ihr diese Medaille. "Mein bisher größter Erfolg bei den Damen", strahlte die 17-Jährige vom TuS Chemnitz-Altendorf. Dabei gehörte sie zu den wenigen jungen Damen, die das Zittergerät in beiden Übungen ohne unfreiwillige Abgänge meisterte.

"Als das Einturnen nicht so besonders lief, war ich schon ziemlich nervös. Doch nun freue ich mich riesig, dass alles so gut geklappt hat", meinte Lisa Schöniger, die zuvor im Mehrkampf Neunte wurde und damit nach den gestandenen Weltklasseathletinnen Sophie Scheder (3. Platz) und Pauline Schäfer (6.) zur besten Nachwuchshoffnung des Bundesstützpunktes Chemnitz (BSP) avancierte. Zudem verfehlte sie am Stufenbarren, an dem sie für ihre Übung mit neuen Schwierigkeiten die bisherige Höchstnote erhielt, als Neunte nur hauchdünn das Finale. "Endlich war Lisa mal kein Nervenbündel und zeigte, was sie kann. Sie schaffte alle Übungen ohne gravierende Fehler", freute sich Trainerin Gabi Frehse. Ihrem Schützling traut sie dabei für die Zukunft noch eine Menge zu: "Lisa besitzt enormes Potenzial und ist sehr ehrgeizig."

Für die erfahrene Fachfrau gehört Lisa Schöniger neben den zuletzt so starken Juniorinnen (Quartett startete bei der WM und den Europäischen Jugendspielen) zur neuen Generation am BSP, die nach Olympia 2020 auch international die Erfolge von Sophie Scheder (u. a. Olympiadritte am Stufenbarren) sowie Pauline Schäfer (u. a. Weltmeisterin am Schwebebalken) weiterführen könnte. In den erweiterten Kader für die Heim-WM Mitte Oktober wurde sie ebenso aufgenommen wie Lisa Zimmermann (16) und Helene Schäfer (18). Das Trio darf die erste Qualifikation in zweieinhalb Wochen mit bestreiten. Bei diesem Wettbewerb möchte sich die Schülerin am Sportgymnasium noch ein anderes Ziel erfüllen: Für die Bundeskadernorm sind 50 Punkte im Mehrkampf vorgeschrieben, bislang schaffte sie 49,99 sowie 49,85 Zähler.

Lisa Schöniger stammt aus Riesa, wo sie frühzeitig die Turnhalle kennenlernte. Ihr Vater betrieb erfolgreich Akrobatik, die Mutter widmete sich den Geräten. Mit fünf Lenzen begann sie mit dem Training, ab der Schulzeit wurde dies intensiver. 2010 wechselte sie an den BSP Chemnitz, holte in der AK 15 bei der DM Gold am Barren sowie Silber im Mehrkampf und am Boden. Oft lief es seither vor Kampfrichtern nicht optimal. Seit einiger Zeit arbeitet sie nun zusätzlich mit Mentaltrainerin Christin Janouch zusammen. Ihre Tipps halfen mit, dass sich die Aufregung mal nicht negativ auswirkte.

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