Eric Frenzel: Der Heimvorteil hat mich ins Ziel getragen

Beim Sommer-Grand-Prix in der Nordischen Kombination behaupteten Eric Frenzel und Terence Weber vom SSV Geyer Spitzenränge. Auch die Premiere bei den Damen war in Oberwiesenthal ein voller Erfolg.

Oberwiesenthal.

Zwei Lokalmatadore aus dem Erzgebirge sorgten für Begeisterung: Vor rund 10.000 Zuschauern an beiden Wettkampftagen erkämpften Olympiasieger Eric Frenzel und Terence Weber vom SSV Geyer beim Sommer-Grand-Prix der Nordisch Kombinierten jeweils einen Podestplatz. "Der Heimvorteil hat mich ins Ziel getragen", meinte Eric Frenzel nach seinem dritten Platz im Einzelwettbewerb am Sonntag. An der Spitze hatten sich Auswahlkollege Johannes Rydzek und der Österreicher Mario Seidl ein packendes Duell um den Sieg geliefert. Der Oberstdorfer konnte dieses mit hauchdünnen Vorsprung von 0,3 Sekunden für sich entscheiden. Eric Frenzel fuhr nach dem 10-km-Lauf 24 Sekunden später über die Linie.

"Es war ein ordentlicher Wettkampf. Auf der Schanze lief es mit Platz zwei wie gewünscht. Leider haben mir noch ein paar Wettkampfkilometer und so bisschen die Härte gefehlt. Sonst wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen", resümierte der fünffache Weltmeister. Im Teamsprint am Sonnabend, den er gemeinsam mit dem Breitnauer Fabian Rießle bestritt, musste er nach einem Sturz in der vierten Runde ein wenig abreißen lassen. Am Ende stand Rang fünf zu Buche. Den Sieg sicherten sich die Österreicher Mario Seidl und Franz-Josef Rehrl, knapp dahinter lagen Terence Weber und der Baiersbronner Manuel Faißt. Bronze sicherten sich Johannes Rydzek und dessen Vereinskollege Vinzenz Geiger.

Zufrieden verließ auch Terence Weber die Wettkampfstätte. "Es hat an diesem Wochenende vieles zusammengepasst. Im Training hatte ich ein bisschen probiert, was mir dann auch auf der Schanze geholfen hat. Der Sprung im Teamwettbewerb war richtig genial und auch der Lauf vielleicht einer meiner besten", freute sich der 21-Jährige, der bislang viermal Silber bei Junioren-Weltmeisterschaften als wertvollste internationale Erfolge zu Buche stehen hat. Im Einzelrennen am Sonntag kam er nach Platz sechs im Springen auf dem zehnten Rang unter insgesamt 53 Startern aus elf Nationen. "Der Sprung gelang mir fast schon gewohnt stabil. Die Strecke durchs Oberwiesenthaler Zentrum war wie immer sehr schwer. Aber die vielen Zuschauer, die pushen ungemein", resümierte er. Der Unteroffizier, der ebenso wie Frenzel der Bundeswehr-Sportfördergruppe in Frankenberg angehört und in Oberwiesenthal bei Frank Erlbeck sowie Jens Einsiedel trainiert, hofft, diese Form nun auch mit in seine dritte Weltcupsaison zu nehmen.

Lob für den Auftritt im Teamwettkampf gab es auch von Bundestrainer Hermann Weinbuch: "Terence und Manuel, die sonst eher in der zweiten Reihe stehen, haben gezeigt, was sie drauf haben. Insgesamt war es ein recht gutes Mannschaftsergebnis für uns. Weil wir die Wettkämpfe wie immer direkt aus dem Training heraus bestritten haben, war es zudem eine willkommene Abwechslung." Der Coach wird bei der nächste Station Mitte der Woche im österreichischen Villach auf Eric Frenzel verzichten. "Er war jüngst gesundheitlich angeschlagen und soll sich schonen", begründete der Coach. Der dritte Teil des Sommer-Grand-Prix steht dann nächstes Wochenende in Oberstdorf auf dem Programm.

Ihre Sommer-Grand-Prix-Premiere erlebten hingegen die jungen Damen. An den zwei Wettkämpfen nahmen elf Spezialistinnen aus sechs Nationen teil. Am ersten Tag siegte die Russin Stefaniya Nadymova vor Tara Geraghty-Moats (USA) und Jenny Nowak vom SC Sohland, die am Stützpunkt in Klingenthal trainiert. Am Sonntag hatte Geraghty-Moats die Nase vorn, Nadymova und Nowak folgten dahinter.

Insgesamt 150 Helfer und Kampfrichter vom gastgebenden WSC Erzgebirge Oberwiesenthal sicherten den Wettkampf ab.


Premiere am Fichtelberg gibt Selbstvertrauen für den Winter 

Jenny Nowak vom SC Sohland, die heute 16 Jahre alt wird, belegte bei der Damenpremiere zweimal Rang drei. Mit ihr sprach Thomas Kaufmann.

 

Freie Presse: Wie lautet Ihr Fazit nach dem Wochenende?

Jenny Nowak: Ich bin sehr, sehr zufrieden. Zwar konnte ich auf der Strecke gegen die teils acht oder neun Jahre älteren Konkurrentinnen nicht ganz mithalten. Aber in meinem Altersbereich war ich klar die Beste. Das gibt Selbstvertrauen für den Winter. Die Kulisse war auf jeden Fall atemberaubend. Ich bin noch nie vor so vielen Zuschauern gelaufen.

Wie lief es auf der Schanze?

Bestens. Da war ich vorn dabei, konnte am Sonntag das Springen für mich entscheiden. Auch das Knie hat durchgehalten. Ich kämpfte vor dem Wettkampf mit ein paar Beschwerden. Ich hatte vor Oberwiesenthal eine kleine Pause eingelegt. Die hat mir aber nicht geschadet. Meine Eltern und mein Heimtrainer Sven Hohlfeld haben mich toll unterstützt.

Welche Ziele visieren Sie im kommenden Winter an?

Ganz klar, die Junioren-WM in Seefeld. Dafür will ich mich qualifizieren.

Wie sind Sie zur Kombination gekommen?

Bereits als Kind habe ich angefangen, beim SC Sohland für die Kombination zu trainieren. 2015 bin ich nach Klingenthal an den Stützpunkt gewechselt. In Oberwiesenthal wurde ich von Uwe Schuricht betreut.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...