«Etwas reißen»: Rödl mit Olympia-Lust nach WM-Frust

Der spanische WM-Finalcoup war bester Anschauungsunterricht für erfolgreichen Team-Basketball. Nach der Enttäuschung von China will sich auch die deutsche Auswahl anders präsentieren. Ein Gefühl «nagt» beim Bundestrainer, der ein Bekenntnis abgibt.

Berlin (dpa) - Den WM-Frust hatte Henrik Rödl fast schon wieder abgeschüttelt. Nach dem Studium der Final-Gala des neuen Weltmeisters Spanien als TV-Experte präsentierte sich der Basketball-Bundestrainer angriffslustig für die Mission Wiedergutmachung.

«Es nagt, dass es so lange dauert, bis ich wieder raus kann mit diesem Team», betonte der Coach bei Magentasport. «Wir alle haben riesig Lust, zu zeigen, dass wir richtig etwas reißen können.»

Die Gelegenheit, sich für das ernüchternde Scheitern in der WM-Vorrunde von China zu rehabilitieren, bietet sich dabei erst in gut neun Monaten. Da Deutschland als Gastgeber für die Heim-EM 2021 bereits gesetzt ist, stehen in der Qualifikation für das Rödl-Team während der Saison nur bessere Freundschaftsspiele an. Im Frühsommer geht es dann in einem Qualifikationsturnier gegen fünf andere Teams um die letzte Chance auf Olympia 2020 in Tokio.

Dabei könnte die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds (DBB) vor einer weiten Reise stehen. Der Weltverband FIBA bestätigte rund um den WM-Endspielsieg von Spanien gegen Argentinien in Peking, dass die vier Turniere auf mehreren Kontinenten stattfinden sollen und interessierte Nationen sich für die Gastgeberrolle gegen eine Gebühr bewerben können. Auch angesichts geschätzter Gesamtkosten für die Ausrichtung von vier bis fünf Millionen Euro hatte der DBB bereits abgewunken.

Dass er selbst das deutsche Team zu den ersten Sommerspielen seit 2008 in Peking mit Dirk Nowitzki führen will, steht für Rödl aber außer Frage. «Wenn ich eine Chance habe, mich mit dieser Mannschaft wieder zeigen zu dürfen, dann werde ich das natürlich machen», sagte der 50-Jährige, der bereits während des WM-Fehlschlags eine Jobgarantie von Verbandschef Ingo Weiss erhalten hatte. «Ich bin so motiviert, man braucht mich nicht motivieren.»

Einen großen Umbruch wird es auch weiter nicht geben. Rödl verteidigte Aufbauspieler Dennis Schröder gegen öffentliche Kritik und sieht auch beim Rest des WM-Teams den «absoluten Willen», sich in der Olympia-Qualifikation zu präsentieren: «Ich kann mir überhaupt gar nicht vorstellen, dass das einer nicht will.»

Auch die Spieler nutzten die Zeit nach dem Rückflug aus China, um sich gedanklich auf die nächste Aufgabe einzustimmen. «Wir werden alle daran arbeiten um uns und ganz Basketball Deutschland in Zukunft anders zu präsentieren», betonte der bei der WM enttäuschende Paul Zipser vom FC Bayern.

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