FC Erzgebirge: Von Wiedergutmachung weit entfernt

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Nach dem Totalausfall gegen Paderborn verliert der FCE Aue mit Interimscoach Marc Hensel 0:3 in Düsseldorf. Stehen die Zeichen bei Trainer Dirk Schuster auf Trennung?

Düsseldorf.

Der FC Erzgebirge Aue hat den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga zwar schon eingetütet. Doch die anstehende Woche dürfte im Lößnitztal dennoch alles andere als kuschelig werden. Denn das Team fing sich am vorletzten Spieltag mit einer 0:3-Auswärtsniederlage bei Fortuna Düsseldorf die zweite Pleite in Folge ein und blieb in den 90 Minuten am Rheinufer weit davon entfernt, die angekündigte Wiedergutmachung nach einem Totalausfall am Spieltag zuvor gegen Paderborn (3:8) in die Tat umzusetzen.

Zudem ist weiter offen, wie die Zukunft der etatmäßigen Auer Trainer Dirk Schuster und dessen Assistenten Sascha Franz aussieht. Dass es offenbar zu Zerwürfnissen gekommen ist, ließ sich bereits auf der Pressekonferenz vor der Partie in Düsseldorf erahnen. Auf die Frage an Interimstrainer Hensel, ob er sich denn mit Schuster über die Mannschaft austausche, fuhr FCE-Pressesprecher Peter Höhne Hensel vor dessen Antwort ins Wort. Wegen möglichen gerichtlichen Auseinandersetzungen? Offenbar scheinen die Weichen auf Trennung zu stehen. Auch wenn Aue in der kommenden Saison erneut im deutschen Unterhaus um Punkte kämpfen darf, wusste das Team in den vergangenen Wochen sportlich nur wenig zu überzeugen. Zudem sollen die Sichtweisen zwischen Trainerteam und der Vereinsführung in der Vergangenheit immer mehr auseinander gegangen sein. Weil sich das Duo Schuster/Franz krank gemeldet hatte, wurde Hensel vorübergehend die Verantwortung übertragen. Das soll auch im letzten Heimspiel am Sonntag gegen den abstiegsbedrohten VfL Osnabrück der Fall sein.

Hensel gab in Düsseldorf zu Beginn fast ausnahmslos den Spielern das Vertrauen, die sich in der Vorwoche zu Hause vom SC Paderborn zerlegen ließen. Nur John-Patrick Strauß, der zuletzt wegen einer Gelbsperre fehlte, nahm in der Verteidigung den Platz von Gaetan Bussmann ein. Der Start in die Partie ging für die Erzgebirger völlig daneben. Nachdem Fortuna die Anfangsphase dominierte, traf Shinta Appelkamp in der 10. Minute mit der ersten klaren Chance für die Düsseldorfer zum 1:0. Durch diesen Gegentreffer zeigte sich Aue deutlich angezählt. Denn statt nun Aktivitäten zu entwickeln, um den Ausgleich zu markieren, musste Torwart Martin Männel nach 18 Minuten das Spielgerät zum zweiten Mal aus dem eigenen Kasten holen. Marcel Sobottka erhöhte auf 2:0. Damit wurde der ausgerufene Plan, sich deutlich besser als gegen Paderborn zu präsentieren, schnell zur Makulatur. Die Fortuna mit Trainer Uwe Rösler nahm nach der klaren Führung den Fuß etwas vom Gaspedal.

Hensel schickte nach der Pause Jan Hochscheidt für Dimitrij Nazarov und Louis Samson für Philipp Riese aufs Spielfeld. Eine Änderung der Kräfteverhältnisse wurde durch diese personellen Wechsel nicht erreicht. Vielmehr musste Martin Männel sein ganzes Können aufbieten, um den dritten Gegentreffer zu verhindern. Sicher bekam der FCE im zweiten Abschnitt etwas mehr Zugriff auf das Geschehen, Düsseldorf war dem dritten Tor aber näher als Aue dem Anschlusstreffer. Dann war es Kristoffer Peterson, der in der 87. Minute für die Hausherren das 3:0 markierte und damit keine Fragen mehr über den Ausgang der Begegnung offen ließ. "Wir hatten eine klare Idee, wie wir in das Spiel gehen wollten. Aber wir haben uns zu viele Fehler geleistet und es so dem Gegner, insbesondere in der ersten Halbzeit, zu leicht gemacht. In der zweiten Hälfte waren wir besser im Spiel", schätzte Kapitän Martin Männel ein: "Die Woche war für uns alle nicht einfach. Wir müssen alles erst einmal sacken lassen. Wir wurden zuletzt kritisiert und werden auch jetzt nach diesem Auftritt zurecht Kritik einstecken müssen. Aber wir haben noch ein Spiel in dieser Saison und müssen dafür gemeinsam die Sinne schärfen", erklärte der Torwart.

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22 Kommentare

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  • 0
    2
    Echo1
    17.05.2021

    Ja sie haben wieder katastrophal gespielt.
    Ohne Selbstvertrauen nach vorn. Und hinten unaufmerksam und phlegmatisch.
    Sie können mehr. Wenn es in der Firma gärt, dann das Muss der Zuschauer fehlt, der Chef tobt und alles gelaufen ist. Dann fehlt dir Motivation.
    Was Motivation ist hat man anschließend bei Mainz gegen Dortmund gesehen. Herzerfrischend. Das lag nicht nur an der besseren Klasse der Spieler.

  • 8
    1
    Nachgefragt5
    16.05.2021

    Man könnte der Mannschaft auch fast Arbeitsverweigerung unterstellen. Wenn das die versprochene Wiedergutmachung war dann möchte ich mich als Fan des FC Erzgebirge Aue recht herzlich bedanken.