Fragen und Antworten zum Großen Preis von Belgien

Was steht an?

Der Große Preis von Belgien auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Spa-Francorchamps ist der 13. von 21 WM-Läufen in diesem Jahr. Nach einer vierwöchigen Sommerpause beginnt in den Ardennen die zweite Hälfte der WM. Gefahren werden 44 Runden über eine Gesamtdistanz von 308,052 Kilometer. Spa stellt mit seinen langen Geraden, schnellen Kurven und erheblichen Höhenunterschieden enorme Anforderungen an Fahrer, Autos und Boxencrews. Zudem sind die Ardennen immer für Regen gut, obwohl der Wetterbericht in diesem Jahr bislang ein trockenes Rennen verheißt.

Wer ist Favorit?

Auf dem Papier Sebastian Vettel und Ferrari. Maranello stellt das schnellste Auto im Feld, dem kommt ein Highspeed-Kurs wie Spa sehr entgegen. Allerdings brachten die Roten sich in den letzten Monaten immer wieder selbst um den Lohn ihrer Arbeit. Fehler am Kommandostand, schlecht getimte Boxenstopps und auch der ein oder andere Lapsus von Topstar Vettel verhinderten bessere Ergebnisse. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Mercedes sind die Konkurrenten im Kampf um den Sieg. Die Silbernen sind zwar nicht mehr ganz so dominant wie in den vergangenen Jahren, nutzten aber jede Ferrari-Schwäche aus und liegen in beiden WM-Wertungen vorn. Erneut dürften Ferrari und Mercedes den Sieg unter sich ausmachen, Red Bull ist wegen des schwachen Renault-Motors in Spa im Normalfall kein Anwärter für ganz vorne. Keine guten Voraussetzungen also für den Niederländer Max Verstappen, dessen zahlreiche Fans ganze Tribünen in Oranje färben werden.

Schafft Ferrari die Wende?

Vettel muss in jedem Fall gewinnen, ein weiterer Sieg von Hamilton am Sonntag (15.10 Uhr/RTL) wäre für Ferrari fatal. Selbst wenn Vettel hinter Hamilton Zweiter wird, würde der Rückstand auf 31 Punkte anwachsen. Die Chancen für die Roten stehen gut, die Beschaffenheit der Strecke in Spa kommt dem in diesem Jahr bärenstarken Ferrari-Motor entgegen. Auch das Wetter kann wie immer ein wichtiger Faktor sein. Regen spielte Mercedes zuletzt in die Karten, bei trockener Strecke spricht aber alles für Ferrari. Sollte Maranello seine Hausaufgaben in der Sommerpause erledigt haben und Vettel Fehler wie den Ausrutscher in Hockenheim vermeiden, könnte Ferrari mit einem satten Erfolgserlebnis in die zweite Saisonhälfte starten.

Was geschah in Spa?

Der Kurs in den Ardennen hat eine lange Motorsport-Tradition. 1950 gewann der fünfmalige Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio hier den ersten Großen Preis von Belgien, damals war die Strecke noch knapp 16 km lang. Der Kurs ist untrennbar mit dem Namen Michael Schumacher verbunden: 1991 fuhr der Rekord-Weltmeister in Spa in einem Jordan sein erstes Formel-1-Rennen, 1992 holte er an selber Stelle in einem Benetton seinen ersten von letztlich 91 Grand-Prix-Siegen. Insgesamt sechsmal gewann Schumacher in Spa, unter anderem 1995 vom 16. Startplatz aus. 1985 geschah in Spa eine Tragödie: Beim 1000-km-Rennen der Sportwagen-WM starb Stefan Bellof nach einem Unfall in der berüchtigten Kurve Eau Rouge.

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