Fragen und Antworten zur neuen Handball-Saison

WAS STEHT AN?

Nach der Supercup-Ouvertüre mit der Partie des Meisters SG Flensburg-Handewitt gegen den Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch startet am Donnerstag die Handball-Bundesliga in ihre 53. Saison. In 306 Spielen kämpfen 18 Teams um Meisterschaft, Europacup-Plätze und Klassenerhalt. Zurück in der Liga sind die beiden Aufsteiger Bergischer HC und SG BBM Bietigheim.

WIE IST DER MODUS?

Wie zuletzt auch. Jeder spielt gegen jeden mit Hin- und Rückspiel. Die beiden erstplatzierten Teams qualifizieren sich für die Champions-League, die Plätze drei und vier berechtigen zur Teilnahme am EHF-Cup. Zudem darf der DHB-Pokalsieger am EHF-Cup teilnehmen. Zwei Teams steigen ab.

WER IST FAVORIT?

Ob bei den Bundesliga-Coaches (9 von 18), bei Bundestrainer Christian Prokop oder Handball-Ikone Heiner Brand: Top-Favorit ist Rekordmeister THW Kiel. Die Zebras haben mit 9,5 Millionen Euro (wie gewohnt) den höchsten Etat, den auch in der Breite stärksten Kader, keine Zusatzbelastung in der Champions League, nach drei Jahren ohne Schale Heißhunger - und darüber hinaus eine zusätzliche Extramotivation: THW-Trainer Alfred Gislason geht in seine elfte und letzte Bundesliga-Saison mit den Kielern.

NUR DER THW?

Nein. Ebenfalls hoch gehandelt werden die Rhein-Neckar Löwen. Nach den Meisterschaften 2016 und 2017 will der aktuelle Pokalsieger, bei dem Erfolgscoach Nikolaj Jacobsen in seine letzte Saison geht, unbedingt zurück auf den Liga-Thron. Titelverteidiger Flensburg gehört trotz des personellen Aderlasses zum erweiterten Favoritenkreis, ebenso die Füchse Berlin.

WER STEIGT AB?

Ganz schwer dürfte es die SG BBM Bietigheim haben, die nach 2014 das zweite Mal im Oberhaus antritt. Ansonsten wird es wohl wie in den letzten Jahren ein Gedränge im Tabellenkeller geben. In der Vorsaison sicherten sich die Eulen Ludwigshafen und Altmeister VfL Gummersbach erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt.

WAS GEHT IN EUROPA?

Das ist die große Frage. Klar ist: Da muss von den deutschen Teams mehr kommen. Denn im EHF-Ranking, das dank der deutschen Dominanz auf internationalem Terrain viele Jahre angeführt wurde, liegt Deutschland nur noch auf dem zweiten Platz hinter Frankreich. Nach zwei Finalturnieren in der Champions League ohne deutsches Team steht die nach eigenen Angaben "stärkste Liga der Welt" in der Bringschuld. Ein Szenario wie im vergangenen Jahr, als die Plätze eins bis drei in der Königsklasse an französische Teams gingen, soll nach den Vorstellungen der deutschen Handball-Fans und -Funktionäre nicht noch einmal vorkommen.

WANN WIRD GESPIELT? WER ÜBERTRÄGT?

Bezahlsender Sky überträgt sämtliche 306 Spiele live. Die Sonntagsspiele werden künftig um 13.30 Uhr (statt 12.30) und 16.00 Uhr (statt 15.00) angepfiffen. Das Topspiel rückt dabei auf den 13.30-Uhr-Termin, die übrigen Partien starten zeitgleich am späteren Termin und werden in einer Live-Konferenz gezeigt. Neu ist zudem die Konferenz der Donnerstagspiele. Zwei Spiele der Saison werden live von der ARD übertragen, erste Partie ist das Nordderby zwischen Meister Flensburg und Kiel am 8. September.

UND SONST?

Steht die Saison ganz im Zeichen der Heim-WM 2019. Beim Turnier vom 10. bis 27. Januar in Deutschland und Dänemark will die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) nach den Enttäuschungen der Vergangenheit unbedingt wieder nach dem Titel greifen. "Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land, mit unseren Fans, vor vollen Rängen spielen zu können, stellt sicherlich das Highlight dar", sagte Bundestrainer Christian Prokop dem SID.

WAS NOCH ZU SAGEN WÄRE?

"Ich freue mich auf eine spannende Saison mit intensiven Duellen und emotionalen Auftritten der Teams. Es gab sehr interessante Transfers, die unserer deutschen Liga weiter helfen werden, sich attraktiv und erfolgreich zu präsentieren." (Prokop zum Bundesligastart)

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