Freitag kritisiert IOC für Reaktion auf Rodtschenkow-Gesetz

Dagmar Freitag, Vorsitzende im Sportausschuss des Deutschen Bundestages, hat die Reaktion des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf das sogenannte Rodtschenkow-Gesetz kritisiert. Der Anti-Doping-Gesetzesvorschlag aus den Staaten sieht vor, Doping bei Sportgroßereignissen als Straftatbestand einzuordnen und zu bestrafen.

Das IOC hatte vorgeschlagen, dass die Amerikaner auf ein solches Gesetz verzichten und stattdessen der Initiative "International Partnership against Corruption in Sports" (IPACS) beitreten sollten. "Das verwundert mich nicht", sagte Freitag der FAZ, "eine typische IOC-Reaktion eben. In dieser Initiative haben natürlich wieder Funktionäre den aus ihrer Sicht gebotenen Einfluss."

Das IOC hatte den US-Vorschlag zuletzt zurückgewiesen, da es aus Sicht des Ringeordens "besorgniserregend" sei, "dass mit dem Gesetz alle Athleten aus den 206 Nationalen Olympischen Komitees nach US-amerikanischen Recht beurteilt werden würden".

Der Anti-Doping-Gesetzesvorschlag war aus der sogenannten Helsinki-Kommission gekommen, die sich in Washington zuletzt mit Doping im internationalen Sport beschäftigt hatte. Auch Freitag hatte an dem Meeting teilgenommen und dem IOC vorgeworfen, mit dem Schlussstrich unter den Dopingskandal in Russland einen schweren Angriff auf die Integrität des Sports ausgeübt zu haben.

"Diese Anmerkung bezog sich insbesondere auf die Tatsache, dass das IOC drei Tage nach dem Ende der Winterspiele in Südkorea das russische NOK wieder zugelassen hat und Russland damit die Rückkehr in den internationalen Sport ermöglicht hat", sagte Freitag.

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