Frodeno über Triathlon-Nachwuchs: Wille und Aufopferung fehlen

Zehn Jahre nach seinem Olympiasieg vermisst Triathlet Jan Frodeno bei seinen Erben die Gier nach dem ultimativen Erfolg. Nach dem Grund gefragt, weshalb im deutschen Triathlonsport derzeit kaum ein Athlet dauerhaft in der Weltspitze vertreten ist, antwortete der 36-Jährige: "Ich sehe das grundsätzliche Problem tatsächlich darin, irgendwo mal jemanden zu finden, der den Willen hat, sich aufopfert und bereit ist, diesen Weg zu gehen."

Man dürfe laut Frodeno die Entwicklung aus dem Nachwuchs hin zum Top-Athleten "nicht als Leidensweg" empfinden, "sondern als einen, der viel Spaß macht", sagte er im Interview mit der Deutschen Triathlon Union (DTU).

Frodeno hatte 2008 in Peking die Goldmedaille gewonnen. Mittlerweile ist er auf der Langstrecke ein Star, er gewann je zweimal die Ironman-Welt- und Europameisterschaft und gehört beim Saisonhöhepunkt am 13. Oktober auf Hawaii auch in diesem Jahr wieder zu den Top-Favoriten.

Die DTU hatte für die Sommerspiele 2024 eine Medaille als Ziel ausgegeben. Um diese Vorgabe zu erfüllen, muss laut Frodeno ein Athlet gefunden werden, der sich selbst genau dieses Ziel setzt. "Ich bin aber davon überzeugt", sagte Frodeno, "dass von 100 Sportlern, die sagen, dass sie zu Olympia wollen, vielleicht fünf daran denken, dass sie Olympiasieger werden wollen und das auch wirklich glauben – und dafür arbeiten."

Der olympische Triathlon geht über die Distanzen 1,5 km Schwimmen, 40 km auf dem Rad und zehn Kilometer Laufen, während beim Ironman 3,8 km, 180 km sowie ein Marathon (42,195 km) bewältigt werden.

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