Bundesliga-Abschied rückt näher: Paderborn fehlt die Reife

Der SC Paderborn wartet seit fünf Wochen auf einen Sieg. Die Chancen auf den Klassenerhalt schwinden. Aufgeben wollen sich die Ostwestfalen trotz der misslichen Lage aber nicht.

Mainz (dpa) - Steffen Baumgart fühlt sich derzeit wie einst Bill Murray im Hollywood-Klassiker «Und täglich grüßt das Murmeltier», der jeden Tag den gleichen Schlamassel erlebte.

«Wir schaffen es nicht, die nötigen Punkte zu holen. Das ist eine Situation, die begleitet uns schon einen längeren Bereich, egal, ob man mal besser oder schlechter spielt», nörgelte der sichtlich genervte Trainer des SC Paderborn nach dem 0:2 (0:2) im Kellerduell der Fußball-Bundesliga beim Tabellen-15. FSV Mainz 05.

Durch die verdiente Niederlage rückt die sofortige Rückkehr des Aufsteigers in die 2. Liga immer näher. Trotz der prekären Lage des Tabellenletzten mit nur 16 Punkten aus 24 Spielen will sich Baumgart damit aber (noch) nicht abfinden, auch wenn seine Mittel begrenzt sind. «Es geht jetzt nicht darum, dass man in die Zauberkiste greift. Sondern wir müssen den Jungs das Selbstvertrauen geben und versuchen, an den Dingen zu arbeiten, die wir uns vornehmen», sagte der 48-Jährige und fügte hinzu: «Es hört sich schwierig an, wenn du jede Woche das gleiche erzählst, aber anders geht es nicht.»

Am Samstag fehlte den Paderbornern schlicht die Bundesliga-Reife. Keine einzige Torchancen erspielten sich die Gäste in den 90 Minuten vor 24 231 Zuschauern, die nach Toren von Robin Quaison (29. Minute) und Karim Onisiwo (37.) den ersten Mainzer Heimsieg in diesem Jahr bejubelten. «Das war ein großer Schritt für uns», befand FSV-Trainer Achim Beierlorzer. Vier Punkte beträgt jetzt das Polster auf den Relegationsplatz.

«Es war ein verdienter Sieg für Mainz, weil wir die entscheidenden Zweikämpfe nicht gewonnen haben. Dann kann man hier eben nicht bestehen», stellte Baumgart fest. «So laufen wir der Musik in der Liga jetzt hinterher.»

Hinter den Kulissen laufen längst die Planungen für die 2. Liga. «Das ist in vollem Gange», sagte SCP-Geschäftsführer Martin Przondziono. «Es wäre vermessen, wenn wir als Paderborn nicht zweigleisig planen würden.» Bis der Abstieg nicht feststeht, wollen sich die wackeren Ostwestfalen aber mit aller Macht dagegenstemmen. «Noch ist nichts verloren. Wir werden jeden Tag hart arbeiten – das ist keine Parole, sondern das wird auch so gelebt. Aktionismus bringt in dieser Situation auch nichts», sagte Przondziono.

Die nächste Gelegenheit bietet sich im Heimspiel gegen den 1. FC Köln, der momentan ein Lauf hat. «Wir werden weiter machen und am Freitag dann hoffentlich die passende Antwort liefern», sagte Kapitän Christian Strohdiek. «Wir werden jetzt nicht die weiße Fahne hissen und sagen: Ja, es war schön.»

Zwar sind noch 30 Punkte zu vergeben - doch das ist blanke Theorie. «Klar ist, dass die Chancen hinten raus immer geringer werden bei Gegnern wie Borussia Dortmund, RB Leipzig und wer da nicht noch alles wartet», räumte Strohdiek ein.


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