Demirbay wechselt nach Leverkusen: Hoffenheim macht Kasse

Kerem Demirbay gilt als einer der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga. Jetzt will er in Leverkusen den nächsten Schritt gehen. Sein Wechsel bringt Hoffenheim eine Menge Geld in die Kasse.

Leverkusen (dpa) - Die TSG 1899 Hoffenheim reibt sich die Hände, Bayer Leverkusen hat mit dem Transfer von Kerem Demirbay für einen möglichen Abgang der umworbenen Nationalspieler Julian Brandt und Kai Havertz vorgebaut.

Für etwa 28 Millionen Euro Ablöse wechselt Demirbay im Sommer aus dem Kraichgau zum Bundesligakonkurrenten aus dem Rheinland. Der in Herten geborene Mittelfeldspieler erhält bei Bayer einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024. «Wenn man damals das Invest und jetzt den Income sieht, dann ist das eine unglaubliche Entwicklung. Da können wir uns alle auf die Schulter klopfen - sowohl Sportdirektion wie auch Trainerteam», sagte Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann.

Demirbay war 2016 für 1,7 Millionen Euro vom Hamburger SV nach Hoffenheim gekommen und hat sich dort unter Nagelsmann zu einem formidablen Spielmacher entwickelt. Im Fachblatt «Kicker» ist er derzeit als notenbester Feldspieler der Bundesliga geführt. Sein Vertrag mit der TSG lief zwar bis 2022, hatte aber eine Ausstiegsklausel.

Angaben zur Ablöse machten beide Clubs nicht, aber für Hoffenheim ist Demirbay nach Roberto Firmino (2015 für 41 Millionen Euro zum FC Liverpool) der zweitteuerste Spielerverkauf der Clubgeschichte. «Ohne diese Transfers funktioniert der Laden hier nicht mit Bundesliga-Fußball. Das ist eine Gewinnsteigerung, die sich viele Wirtschaftsunternehmen bei so einer Investition wünschen. Wir haben das erreicht, deshalb sind wir schon stolz drauf», sagte Nagelsmann.

Demirbay sagte, der Wechsel sei für ihn «der nächste Step nach drei wirklich tollen Jahren bei der TSG». «Mit Kerem Demirbay haben wir einen technisch versierten und strategisch agierenden Mittelfeldspieler für uns gewonnen, der dabei auch noch torgefährlich ist», kommentierte Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes die nicht mehr überraschende Personalie.

Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler betonte, dass die Verpflichtung Demirbays ein deutliches Signal für die Ambitionen der Werkself sei. «Wir haben uns für die kommende Saison eine Menge vorgenommen, zunächst einmal wollen wir uns jetzt aber für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren», sagte Völler. Bayer hat als Tabellenfünfter gute Chancen auf die Champions League.

Natürlich hätte man Demirbay gerne noch länger in Hoffenheim gehabt. «Er kann in den nächsten zwei Spielen noch alles dafür tun, dass wir vor Leverkusen landen», ergänzte Nagelsmann angesichts des Gerangels um die internationalen Startplätze. In der DFB-Auswahl feierte Demirbay im Juni 2017 sein Debüt und wurde mit dem Nationalteam von Bundestrainer Joachim Löw 2017 Confederations-Cup-Sieger. Für Hoffenheim absolvierte er 71 Bundesligaspiele (12 Tore).

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