Gladbach-Kapitän Stindl erleidet Schienbeinbruch

Endlich wieder ein Sieg. Richtig feiern wollte Borussia Mönchengladbach das Lebenszeichen im Kampf um Europa bei Hannover 96 aber nicht. Zu schwer wiegt der Ausfall von Kapitän Stindl. Der Nationalspieler wird der Borussia monatelang fehlen.

Hannover (dpa) - Selbst das lange ersehnte Erfolgserlebnis endete für Borussia Mönchengladbach mit einem herben Rückschlag. Wie im vergangenen Jahr fällt Kapitän Lars Stindl für den Saison-Endspurt um die Europapokalplätze in der Fußball-Bundesliga aus.

Wegen eines Schienbeinbruchs dürfte der 30 Jahre alte Nationalspieler den Borussen sogar bis weit in die neue Saison fehlen. «Das trifft mich hart. Der Junge ist für uns viel zu wichtig», sagte Gladbachs scheidender Coach Dieter Hecking nach dem 1:0 (0:0) beim Tabellenletzten Hannover 96.

Freude über den ersten Sieg des Europapokal-Aspiranten seit über einem Monat kam kaum auf. Zu groß war der Schock über Stindls schwere Verletzung, die Sportchef Max Eberl am späten Abend bestätigte. «Er ist schon operiert worden. Jetzt heißt es, ihm gute Besserung zu wünschen für die nächsten Monate, in denen er leider ausfallen wird», berichtete Eberl im ZDF-«Sportstudio».

Die verhängnisvolle Szene ereignete sich nach wenigen Sekunden. Stindl ging mit vollem Risiko in einen Zweikampf, den auch Gegenspieler Matthias Ostrzolek suchte. Beide prallten mit Wucht zusammen. «Eine schlimme Situation», bemerkte Gladbach-Keeper Yann Sommer.

Noch in der Vorwoche hatte Hecking beim 1:1 gegen Bremen freiwillig auf seinen Anführer in der Startelf verzichtet. Stindl lief wie viele andere Borussen in den vergangenen Wochen seiner Form hinterher. Eine negative Reaktion gab es laut Hecking aber nicht. Im Gegenteil. Ginter wies auf Stindls generelle Bedeutung hin: «Als Kapitän ist er auch außerhalb der Kabine sehr wichtig.»

Schon im Vorjahr war Stindl im Saison-Endspurt und für die WM in Russland ausgefallen, nachdem er sich am 32. Spieltag die Syndesmose gerissen hatte. Zum damaligen Zeitpunkt lief die Borussia den Europapokalplätzen schon hinterher und verpasste diese schließlich. In diesem Jahr sind die Rheinländer aufgrund der überragenden Hinserie trotz der Negativerlebnisse der vergangenen Wochen noch immer Fünfter und haben noch Champions-League-Chancen.

Wie viel der Erfolg wert ist und wie schwer der Stindl-Verlust wiegt, dürfte sich am Oster-Wochenende zeigen. Dann kommt der Tabellendritte RB Leipzig, der den Borussen längst enteilt ist - ein Gegner, der im Vergleich zu den nicht mehr ansatzweise bundesliga-tauglichen Hannoveranern in einer anderen Liga spielt. «Jetzt geht der Druck los», meinte Eberl vor den noch ausstehenden fünf Spielen. «Jetzt geht es nicht darum, schön, sondern erfolgreich zu spielen.»

Trotz des offensichtlich fehlenden Selbstvertrauens reichte es dafür in Hannover noch, weil Stindl-Ersatz Raffael einen abgefälschten Schuss per Bogenlampe ins Netz bugsierte (53. Minute). Vor dem Tor betrieben die Gladbacher ansonsten aber wieder einmal Chancen-Wucher. Wäre dies anders und sein Team stünde immer noch mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund in der Spitzengruppe, würde Hecking womöglich nach der Saison nicht von Salzburgs Marco Rose beerbt. Eberl hingegen betonte erneut, dass diese «strategische Entscheidung» nichts mit dem erneuten Punkte-Einbruch in der Rückrunde zu tun habe.

Diesen erklärte der Gladbach-Manager eher mit der Kader-Struktur. Immerhin sei Platz drei nach Hinserie und die damit verbundene Aussicht auf die Champions League «schon Druck, denn man will das Größtmögliche erreichen. Und wir haben nicht die Spieler, die es seit Jahren kennen, mit diesem Druck zu spielen». Gerade dabei würde Kapitän Stindl mit seiner Mentalität enorm helfen.

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