Keine Verwendung für Poldi: Köln vertreibt Abstiegssorgen

Dass die Fans auf der Südtribüne sogar schon Lieder über den Europapokal anstimmten, nahm kein Kölner Profi wirklich ernst. Doch vier Siegen in Serie vertrieben beim FC immerhin fürs erste die Abstiegssorgen. Das macht die Rückkehr einer Kultfigur überflüssig.

Köln (dpa) - Lukas Podolski spendete anerkennenden Applaus und betrieb als Tribünengast an alter Stätte noch Werbung in eigener Sache. Doch der Wunsch des ehemaligen Weltmeisters, am Ende seines Japan-Engagements noch einmal zu seinem Stammverein zurückzugehen, geht nicht in Erfüllung.

Denn auch ohne seine einstige Kultfigur ist der 1. FC Köln nach dem 3:1 (2:0) über den VfL Wolfsburg auf gutem Weg, den Abstiegskampf erfolgreich zu meistern. Erstmals seit über 19 Jahren gelangen vier Bundesliga-Siege in Serie. «Da muss man weit zurückschauen, wann es das zuletzt gegeben hat. Das ist in unserer Situation extrem wichtig», befand Torhüter Timo Horn.

Nicht der viel beachtete Podolski, der nach seinem Vertragsende bei Vissel Kobe laut «Express» kurz vor der Unterschrift beim türkischen Club Antalyaspor steht, sondern Jhon Cordoba schlüpfte in die Rolle des Hauptdarstellers. Mit unbändiger Kraft und vorbildlichem Einsatz belebte der lange Zeit als Fehleinkauf abgeschriebene Angreifer das Offensivspiel seines Teams und ebnete mit seinen beiden Treffern in der 22. und 45. Minute den Weg zum verdienten Erfolg.

Der Kolumbianer traf damit im fünften Heimspiel seines Clubs in Folge. Selbst FC-Coach Markus Gisdol geriet ins Schwärmen: «Er hat heute berauschend gespielt. Ich weiß auch nicht, was mit ihm passiert ist. Er war schon immer eine richtige Maschine, aber jetzt ist er noch robuster.»

Nicht nur der Formanstieg von Cordoba passt ins Bild eines bemerkenswerten Aufwärtstrends, der eine Podolski-Rückkehr überflüssig macht. Auch der in der Winterpause vom Ligakonkurrenten FC Schalke 04 ausgeliehene Mark Uth fügte sich auf Anhieb bestens ein und leistete sowohl bei einem ersten Treffer von Cordoba als auch beim zwischenzeitlichen 3:0 durch Jonas Hector (62.) die Vorarbeit.

Dass sich zudem Jungprofis wie der erst 18 Jahre alte Noah Katterbach oder der noch ein Jahr jüngere Jan Thielmann erneut bravourös schlugen, macht allen Beteiligten Mut für die Zukunft. «Wir haben das gezeigt, was wir am Ende der Hinrunde auch gezeigt haben. Harte Arbeit zahlt sich aus», sagte Katterbach.

Der noch bei seinem Amtsantritt im vergangenen November kritisch beäugte Gisdol hat aus seiner Mannschaft in nur kurzer Zeit eine Einheit geformt. Selbst der überaus schwache Start in die Partie, als die Wolfsburger in den ersten drei Minuten gleich zwei vorzügliche Chancen zur Führung vergaben, brachte die Kölner nicht aus dem Tritt. Nach und nach fanden sie ins Spiel und waren über weite Strecken die bessere Mannschaft.

Bedarf an einer insgesamt dritten Zusammenarbeit mit Podolski besteht angesichts der jüngsten Aufwärtstrends nicht. Wohl auch deshalb machte sich der Weltmeister von 2014 noch am Abend nach dem Spiel auf den Weg in die Türkei, wo er Medienberichten zufolge beim Erstligisten Antalyaspor einen Vertrag bis zum Ende der kommenden Saison unterzeichnen soll. Bilder der Boulevardzeitung «Hürriyet» zeigten den 34-Jährigen bei der Ankunft am Flughafen des Badeorts Antalya inmitten begeisterter Fans. Für Podolski wäre es der zweite Vertrag in die Türkei: Bereits von 2015 bis 2017 stürmte er für Galatasaray Istanbul.

Laut «Express» wäre Podolski nach drei Jahren in Japan jedoch lieber in seiner alten Heimat geblieben. Demnach habe er der FC-Spitze angeboten, in den nächsten eineinhalb Jahren als Standby-Profi zur Verfügung zu stehen. Die Kölner hätten sich aber wegen der bereits großen Zahl von Angreifern im Kader dagegen entschieden.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...