Labbadia: Ibisevic-Wechsel war schwere Entscheidung

Berlin (dpa) - Für Fußball-Trainer Bruno Labbadia war der Wechsel von Kapitän Vedad Ibisevic von Hertha BSC zum Bundesliga-Konkurrenten FC Schalke 04 eine schwere Entscheidung.

«Ich, gerade ich, habe mit mir gerungen. Aber die Frage war: Schieben wir den Umbruch nicht nur vor uns her, wenn er bleibt? Vedo könnte uns jetzt mit Sicherheit helfen, weil er über eine starke Präsenz verfügt. Aber gerade mit einer solchen Präsenz kannst du auch die Entwicklung einer Mannschaft hemmen», sagte Labbadia dem «Tagesspiegel».

Man wisse nie, ob eine Entscheidung richtig oder falsch sei. «Aber wir haben diese Entscheidung aus Überzeugung getroffen.» Die Wechselperiode ist für Berlin dennoch komplizierter als erwartet. «Ein bisschen einfacher habe ich mir die Transferzeit schon vorgestellt», sagte Labbadia. «Als wir in die Vorbereitung gestartet sind, hatten wir einen klaren Plan, wen wir am liebsten für welche Positionen holen wollen. Davon konnten wir aus den verschiedensten Gründen so viel bisher nicht umsetzen.»

Zuletzt hatte der 54-Jährige von einer «Disbalance» in seinem Kader gesprochen. Offen ist zudem, wer Ibisevic als Kapitän nachfolgt und mit welchem Torwart die Berliner als Stammkraft planen.

Lucas Tousart graut es indes vor der kalten Jahreszeit. Der teuerste Neuzugang in der Geschichte von Hertha BSC erzählte in einem Interview der «Berliner Morgenpost», wie er sich in der Hauptstadt bereits eingelebt hat und von einigen Dingen positiv überrascht wurde. Er vermisse auch nicht viel, sagte der 23 Jahre alte Franzose, der vor seinem Wechsel fünf Jahre bei Olympique Lyon gespielt hatte. Und das Wetter im August sei auch sehr schön gewesen, «aber mir ist vor dem Herbst ein bisschen bange. Und ich fürchte den Winter, da war ich von Lyon schon sehr verwöhnt», sagte Tousart.

Hertha überwies 25 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler. «Die Transfersummen sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, Geld spielt eine große Rolle. Das ist der Fußball, die Summen bestimme nicht ich», sagte Tousart. Er freue sich aber, dass Hertha so viel Geld für ihn bezahlt habe, «und natürlich gibt es dadurch auch hohe Erwartungen an mich. Darüber bin ich mir bewusst, aber ich setze mich dadurch nicht zusätzlich unter Druck».

Hertha könne den Schritt nach Europa schaffen, befand Tousart. «Natürlich wissen wir nicht, wie schnell wir das erreichen, aber unser Ziel ist klar. Der Europacup ist etwas Besonderes, er schafft weltweite Aufmerksamkeit, davon träumt jeder Fußballer schon als Kind. Und die Champions League ist das Größte.» In der vergangenen Saison hatte Hertha nach viel Chaos und Unruhe am Ende unter dem neuen Coach Bruno Labbadia erfolgreich den Abstieg verhindert.

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