Martin Kind: «Mit 50+1 bleibt Deutschland nur Mittelmaß»

Hannover (dpa) - Hauptgesellschafter Martin Kind von Bundesligist Hannover 96 hat nach dem Einzug von vier englischen Mannschaften in die Europapokal-Finals erneut die Abschaffung der 50+1-Regel in Deutschland gefordert.

«Der englische Fußball ist super. Ich möchte auch offensiv spielen. Wir müssen mal akzeptieren, dass wir andere Rahmenbedingungen schaffen», sagte der 75 Jahre alte Unternehmer bei einer Talkrunde der «Neuen Presse» in Hannover. «Wenn wir nicht bereit sind, neue Strukturen zu entwickeln, dann bleibt der deutsche Fußball Mittelmaß und 96 nicht wettbewerbsfähig.»

Kind ist der Meinung, dass es bei einer Abschaffung der 50+1-Regel «genügend Investoren» gäbe, um den Rückstand auf die englischen Mannschaften zu verringern. «Mit 50+1 werden wir immer nur gegen den Abstieg spielen. Wer das nicht akzeptiert, der ist ein Träumer. Wir stagnieren», betonte der Geschäftsführer der abstiegsbedrohten Hannoveraner. In dieser Woche haben der FC Liverpool und Tottenham Hotspur das Champions-League-Finale erreicht. Am Donnerstag qualifizierten sich der FC Chelsea und der FC Arsenal für das Europa-League-Endspiel.

Die nur in Deutschland gültige 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren im Profifußball begrenzen. Sie stellt sicher, dass Vereine auch dann die Entscheidungsgewalt über ihre Profiabteilungen behalten, wenn sie diese in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben. Der beim sich Schiedsgericht der Lizenzligen befindende Antrag auf Ausnahmegenehmigung der 50+1-Regel von Kind und Hannover 96 wurde vor einer Woche stillgelegt.

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