RB gegen Gladbach: Schnellstart bei Trillerpfeifenlärm

Kaum sind die vermissten Mittelfeldspieler wieder zurück, spielt RB Leipzig wieder Spitzenfußball. Gegen Borussia Mönchengladbach ließen die Hausherren am Sonntag nichts anbrennen.

Leipzig.

Wir haben wieder ein Mittelfeld! Das dürfte der Gedanke vieler Leipziger Fans gewesen sein, als sie am Sonntag die Aufstellung hörten. Diego Demme, Kevin Kampl, Marcel Sabitzer - sie allen waren wieder fit und standen im Bundesligamatch gegen Borussia Mönchengladbach in der Startelf. Beeindruckend stellte das Trio dann unter Beweis, warum sie für die Mannschaft so wichtig sind. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber den beiden jüngsten Pleiten bezwangen die Sachsen die Borussia mit 2:0 (2:0). Timo Werner (3. und 45.+1) schoss vor 41.939 Zuschauern seine Saisontreffer sieben und acht.

"Ich glaube, dass es unter dem Strich ein verdienter Sieg von RB ist", gab auch Fohlen-Trainer Dieter Hecking anerkennend zu. "RB Leipzig verteidigt sehr, sehr gut. Sie haben wenig zugelassen, wir hatten keine klaren Chancen." Sein Gegenüber Ralf Rangnick war mit seiner Mannschaft zufrieden. "Für uns war es besonders wichtig, dass Demme, Kampl und Sabitzer zurückgekehrt sind", sagte der 60-Jährige und ergänzte euphorisch: "Mit so einer Leistung können wir jeden Gegner schlagen."

Die Leipziger Mannschaft erwischte einen Blitzstart: Kaum 120 Sekunden waren gespielt, da lag RB schon in Führung. Eingeleitet und abgeschlossen wurde der Treffer von Werner (3.). Danach hatte RB weitere Torchancen, meist nach Ballgewinnen. Bis zum ersten gelungenen Gladbacher Angriff dauerte es gut 20 Minuten. Thorgan Hazard spielte einen perfekten Pass auf Lars Stindl, der mit Tempo und Platz in den Strafraum spurtete, dort aber an RB-Torwart Peter Gulasci scheiterte. Im gesamten Spiel schoss Stindl viermal aufs Tor, Gulasci blieb immer der Sieger. Die Partie wogte hin und her, gegen Ende der ersten Halbzeit war Leipzig wieder am Drücker, Werner (40., 43.) und Sabitzer (40., 44.) vergaben gute Chancen. In der Nachspielzeit fiel dann der zweite Treffer. Nach einem Fehlpass der Gäste dauerte es nur wenige Sekunden zum Tor: Yussuf Poulsen gewann einen entscheidenden Zweikampf, umkurvte Fohlen-Schlussmann Yann Sommer und passte unfreiwillig auf Werner, der locker ins leere Tor traf.

Die Leipziger Spieler ließen sich im ersten Durchgang auch nicht von der merkwürdigen Stimmung im Stadion irritieren. Das eigene Publikum hatte sich nicht am gegen Montagsspiele gerichteten Stimmungsboykott beteiligt, die Gästefans quittierten das mit einem lärmenden Trillerpfeifenkonzert.

In der zweiten Halbzeit wurden dann beide Fanlager lauter, das Spiel aber deutlich ruhiger. Das lag an den Hausherren, die mit der Führung im Rücken viel Dominanz ausstrahlten. Vor allem die Konterabsicherung bei eigenen Ballverlusten klappte gegen die schnellen Gladbacher sehr gut. Zu Beginn der Saison war das noch ein großes Manko der Leipziger gewesen. "Wir sind cleverer geworden. Wir sind nicht in blöde Konter gelaufen wie wir das vielleicht in der vergangenen Saison gemacht haben", meinte Stürmer Yussuf Poulsen, "alle sind marschiert, das hat in Wolfsburg vielleicht ein bisschen gefehlt."

So blieb ein verdienter RB-Sieg und die Erkenntnis, dass der kleine Kader die Ausfälle von vier Leistungsträgern (Emil Forsberg fehlt weiterhin) nicht verkraften kann. Das Leipziger Balljagen braucht Demme, Kampl und Sabitzer. "Heute konnte man sehen, wie wichtig sie sind. Wir hatten gefährliche Umschaltmomente. Die drei haben gute Augen für die Pässe", sagte Gulasci.

Im Winter will Leipzig weitere zwei Spieler einkaufen. Ein Neuer ist schon unter Vertrag: Von den New York Red Bulls kommt Mittelfeldspieler Tyler Adams. Der 19-jährige US-Nationalspieler unterschrieb in Leipzig bis Sommer 2023. Schafft es RB, die aktuellen Leistungen konstant zu halten, ist die zweite Qualifikation für die Champions League ein realistisches Ziel.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...