RB Leipzig: Sand im Getriebe

Die Saisonvorbereitung bei Fußball-Bundesligist RB Leipzig läuft unrund: Terminstress, "faule" Franzosen, stockende Transfers. Trainer Ralf Rangnick gibt sich aber noch gelassen.

Leipzig.

Die Hitze macht zu schaffen. Auch wegen der Temperaturen ließ Ralf Rangnick seine Jungs mal deutlich später, mal ein wenig früher trainieren, um der Mittagshitze auszuweichen. Wenn heute 18.30 Uhr das Spiel gegen den rumänischen Pokalsieger FC Universitatea Craiova angepfiffen wird, ist wieder mit tropischen Temperaturen zu rechnen. Nicht das einzige Problem vor der nächsten Runde in der Qualifikation zur Europa League bei RB Leipzig. Es ist Sand im Getriebe.

Da ist zum einen der Trainingsrückstand mehrerer Profis: Die zuletzt verletzten Konrad Laimer und Dayot Upamecano sollen erst am Montag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Nordi Mukiele stand gestern erstmals wieder auf dem Platz, Emil Forsberg kehrte nach der Geburt seiner Tochter Florence nach Leipzig zurück. Alle vier werden noch eine Weile brauchen, bis sie wieder bei 100 Prozent sind. Immerhin: Forsberg und Mukiele stehen heute gegen Craiova schon wieder im Kader. Gleiches gilt für Marcel Sabitzer, der von einer Schulterverletzung genesen ist. Marcel Halstenberg wird noch länger fehlen. "Wenn wir die alle wieder am Start haben, dann sieht es gut aus. Dann können wir auf mehreren Positionen frische Spieler bringen, ohne an Qualität zu verlieren", sagt Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick mit Blick auf die Dreifachbelastung.

Selten kritisierte Rangnick seine Spieler in der Öffentlichkeit derart deutlich, wie er es Ende der vergangenen Woche getan hat. Mit Blick auf die Fitness einiger sagte er: "Da ist einfach ein großer Unterschied zwischen den Spielern, die von Anfang an dabei waren, und denen, die später dazugekommen sind. Dabei muss man aber bei der ersten Gruppe auch noch zwischen denen unterscheiden, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, und denen, die es komplett schleifen lassen. Es ist sicher kein Zufall, dass zwei von denen, die ihre Heimaufgaben gar nicht erledigt haben, jetzt verletzt sind. Dabei meine ich Nordi Mukiele und Dayot Upamecano." Auch Jean-Kévin Augustin hat Rangnick mehrfach für seine lasche Einstellung kritisiert. "Die Ansage sollte angekommen sein. Wenn nicht, werde ich sie zu gegebener Zeit wiederholen", schob der RB-Macher gestern hinterher.

Durch die Europa-League-Qualifikation kommt RB in Terminstress. Eine geplante Saisoneröffnung wurde abgesagt, ein namhafter Testspielgegner wieder ausgeladen. Zwar sagt Rangnick: "Unsere ersten vier Partien sind willkommene internationale Testspiele, in denen wir aber auch weiterkommen wollen." Gegen Häcken war diese Frage schon nach dem 4:0 im Hinspiel geklärt. Craiova ist nun eine andere Hausnummer.

Nach drei schnellen Neuverpflichtungen stocken die Transfers bei RB. Mehrfach betonte Rangnick das Interesse an Ademola Lookman, der als Leihspieler in der vergangenen Rückrunde einen bleibenden Eindruck hinterlassen hatte. Noch steht der Engländer beim FC Everton unter Vertrag. Dort spielt Lookman zwar keine Rolle mehr, aber Everton fordert laut Medienberichten 30 Millionen Pfund Ablöse. Offenbar zu viel für RB. Zudem fahnden die Leipziger nach einem spielstarken Achter oder Sechser, der den nach Liverpool abgewanderten Naby Keita ersetzen kann. "Wir arbeiten daran, im Hintergrund. Wir wissen, was wir wollen. Ob wir es hinkriegen, weiß ich nicht", meinte Rangnick. Er betonte, dass es noch durchaus bis zum 31. August dauern könnte. Bislang gibt sich Rangnick - trotz der suboptimalen Sommervorbereitung der Brauseballer - noch gelassen.

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