Wölfe-Boss Schmadtke: Erst stabilisieren, dann angreifen

Erst stabilisieren, dann angreifen: Nach 100 Tagen im Amt hat Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke klare Vorstellungen, wie er den VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga wieder nach oben führen will. Auf große Stars wird er dabei zunächst verzichten.

"Die Frage stellt sich im Moment nicht, weil wir es wirtschaftlich gar nicht darstellen können", sagte Schmadtke im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). "Exoten" auf dem Platz seien wichtig, "aber mit hoch talentierten jungen Menschen zu arbeiten, ist doch eigentlich das Schönste, was es gibt", sagte Schmadtke, der am Samstag sein 100-tägiges Dienstjubiläum bei den Wölfen feiert.

Den aktuell zweiten Platz nach zwei Siegen zum Saisonstart sieht Schmadtke als Momentaufnahme, von Europapokal-Träumereien hält er nicht viel. "Wir kommen aus zwei Jahren Relegation. Das geht mir alles ein bisschen zu schnell, nach zwei Spieltagen vom internationalen Wettbewerb zu sprechen", sagte der 54 Jahre alte Manager. Es werde noch "die eine oder andere Krise" kommen. "Wenn wir die mal bewältigt haben, schauen wir, wie wir dann stehen. Und dann können wir uns vielleicht mal darüber unterhalten."

Mittelfristig will Schmadtke, der beim VfL einen Vertrag bis 2021 besitzt, aber wieder voll angreifen. "Die Bereitschaft haben wir immer, ein ernsthafter Bayern-Jäger zu sein. Aber zunächst müssen wir uns deutlich stabilisieren", sagte er.

Dabei gehe es auch darum, die Menschen "auf unserem Weg" mitzunehmen. "Mit acht faden 1:0-Siegen in Folge wirst du die Fans nicht fesseln. Du bindest sie mit Spielen wie gegen Schalke, bei dem wir in der 93. Minute den Siegtreffer erzielt haben. Solche Erlebnisse führen dazu, dass sich die Menschen für den Fußball begeistern."

Auf dem Weg dahin will Wolfsburg eigene Stars kreieren. "Ich denke schon, dass wir Spieler mit Starpotenzial haben. Die fallen vielleicht nicht unbedingt auf, weil sie gelbe, blaue oder grüne Haare haben, aber wir haben schon Spieler, die bei den Menschen Begeisterung entfachen können", sagte Schmadtke. Zudem wäre es "schön, wenn wir wieder den einen oder anderen Spieler in der DFB-Auswahl hätten".

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