15 Minuten im Winterschlaf: Veilchen verlieren in Wiesbaden

Erzgebirge Aue musste sich im ersten Spiel nach der Winterpause dem SV Wehen Wiesbaden mit 0:1 (0:1) geschlagen geben. Auch in Überzahl gelang dem Fußball-Zweitligisten kein Treffer.

Wiesbaden.

Kein Punkt, kein Tor und ein peinliches Aus im DFB-Pokal: Wiesbaden ist für den FC Erzgebirge Aue ein schlechtes Pflaster. Das änderte sich auch am Dienstagabend nicht. Das insgesamt fünfte Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden endete wie alle anderen Auftritte der Veilchen in der hessischen Landeshauptstadt - mit einer Niederlage. 0:1 (0:1) aus Auer Sicht hieß es am Ende.

Bei der Wahl seiner Startelf verfuhr Dirk Schuster in der ersten Partie nach der Winterpause nach dem Motto: neues Jahr, alte Formation. Der Coach schickte genau die elf Profis von Beginn an auf den Rasen, die auch bei den beiden Siegen vor Weihnachten angefangen hatten.

Obwohl die Gäste eingespielt hätte sein müssen, verschlief sie die Anfangsviertelstunde komplett. Die Gastgeber hingegen waren vom Anpfiff weg präsent, bissig in den Zweikämpfen und überrannten die Erzgebirger. Bereits nach 24 Sekunden kam Maximilian Dittgen frei vor FCE-Torwart Martin Männel zum Abschluss. Der Wiesbadener stand jedoch leicht im Abseits, und Männel bekam noch eine Hand an den Ball - die Szene war aber ein Vorgeschmack für das, was in den nächsten 15 Minuten folgte.

So rutschte Marko Mihojevic im Spielaufbau mit dem Ball am Fuß weg, Wiesbadens Routinier Stefan Aigner vergab die daraus resultierende Chance kläglich, weil er die Kugel über die Latte schoss (2.). Drei Minuten später durfte Torjäger Manuel Schäffler aus fünf Metern aufs Tor köpfen - Männel und Calogero Rizzuto retteten gemeinsam in höchster Not. Nach einer Viertelstunde belohnte sich der bis dahin Tabellenvorletzte für den furiosen Start: Männel konnte zwar den Schlenzer von Dittgen mit einer glänzenden Flugeinlage noch entschärfen, doch beim anschließenden Eckball erzielte Paterson Chato den überfälligen Führungstreffer für die Hausherren.

Die Auer fanden erst nach dem Gegentor in die Partie. Was auch daran lag, dass sich die Wiesbadener etwas zurückzogen. Den Gästen war allerdings anzumerken, dass sie nun einen Fußball spielen mussten, der ihnen nicht liegt. Anstatt wie sonst hinten stabil zu stehen und dann schnell umzuschalten, hatte Schusters Truppe dauerhaft den Ball am Fuß. Zur Halbzeit verzeichneten die Statistiker einen Ballbesitz von 63 Prozent für die Lila-Weißen.

Gefährlich wurde es vor den Gehäuse der Wiesbadener nur im Ansatz: Florian Krüger prüfte Wehens Torwart Heinz Lindner aus spitzem Winkel (20.). Rizzuto versuchte, den Schlussmann bei einem Freistoß aus 17 Metern zu überraschen, als dieser noch am Pfosten seine Mauer dirigierte - der Schuss des Auer Flügelspielers wurde jedoch geblockt (24.).

Im zweiten Durchgang änderte sich am Geschehen erst einmal wenig. Aue tat sich schwer, Chancen zu erspielen, die Hessen lauerten. Für die Wiesbadener wurde jedoch ihre aggressive Gangart zur Hypothek, da diese zahlreiche Verwarnungen nach sich zog. In der 68. Minute flog Sebastian Mrocwa nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz. Schuster reagierte, stellte das System um. Und die beiden eingewechselten Angreifer, Christoph Daferner und Pascal Testroet, beförderten die Kugel sogar ins Netz - doch Testroet stand im Abseits, als er für Daferner vorlegte (74.).

Die Auer drückten in der Folge und die Wiesbadener wackelten. Torhüter Lindner verhinderte per Doppelparade den Ausgleich: Erst wehrte er stark einen Kopfball des eigenen Mannes ab und schmiss sich dann in den Nachschuss von Testroet (75.). Dimitrij Nazarov hatte die beste Möglichkeit der Auer Schlussoffensive, sein Kopfball ging jedoch knapp am Kasten vorbei. Jan Hochscheidt drosch in der Nachspielzeit die Kugel zwar noch ins Netz, stand zuvor allerdings abseits.

Statistik Wiesbaden: Lindner - Mrocwa (68. Gelb-Rot/wiederholtes Foulspiel), Mockenhaupt, Dams, Röcker (V), Schwede - Aigner (V/65. Shipnoski), Chato, Dittgen (V) - Schäffler (81. Tietz), Kyereh (V/72. Medic). Aue: Männel - Mihojevic, Samson (72. Daferner), Gonther - Strauß (81. Baumgart), Fandrich, Riese, Rizzuto (V) - Nazarov - Hochscheidt, Krüger (67. Testroet). SR.: Ittrich (Hamburg); Zu.: 4037; Tor: 1:0 Chato (20.).


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