«Ärgerlich ist das Timing»: Aue ohne Männel gegen Darmstadt

Erzgebirge Aue steht nach dem Unentschieden in Nürnberg in der Zweitliga-Tabelle bei 38 Zählern und kann mit einem Sieg gegen Darmstadt die Marke von 40 Punkten durchbrechen. Allerdings müssen die «Veilchen» am Dienstag auf ihren Kapitän verzichten.

Aue (dpa) - Beim vielleicht entscheidenden Schritt zum Klassenverbleib muss der Kapitän zuschauen: Martin Männel wird Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 fehlen. Der Torhüter sah beim 1:1 in Nürnberg in der Nachspielzeit seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison und ist somit gegen die Hessen gesperrt. «Ärgerlich ist das Timing, da wir jetzt in einem Heimspiel die Chance haben, die 40-Punkte-Marke zu durchbrechen. Ich werde die Jungs natürlich voll unterstützen», sagte Männel der Chemnitzer Morgenpost am Sonntag.

Als Schiedsrichter Dr. Felix Brych den Auer Schlussmann wegen Zeitspiels verwarnte, war sich Männel der Tragweite zunächst noch nicht bewusst. «Ehrlich gesagt, hatte ich das Thema Gelb-Sperre in dem Moment gar nicht auf dem Schirm. Erst hinterher kamen die anderen auf mich zu und haben gefragt, ob das jetzt meine Fünfte war», meinte Männel.

Trainer Dirk Schuster hielt die Entscheidung des FIFA-Schiedsrichters für etwas überzogen. «Ich glaube, Felix Brych hat in dieser Szene auch vorherige Situationen mit bewertet, in denen sich Martin ab und zu ein bisschen Zeit gelassen hat. Das wurde durch die vierminütige Nachspielzeit mit revidiert, es gab schließlich keinen Videobeweis und die Auswechslungen waren auch ganz normal», erklärte Schuster. «Er hat sie eben gezeigt, und das können wir nun einmal nicht ändern. Ich denke, dass Robert Jendrusch gegen Darmstadt im Tor stehen wird.» Für Aues Ersatzkeeper wäre es die Saison-Premiere. Der 23-Jährige hatte Männel zuletzt am Ende der vergangenen Spielzeit zwei Mal vertreten.

Schuster lobte nach dem Unentschieden in Nürnberg vor allem die mentale Leistung seines Teams. Auf der Hinfahrt wurde der Mannschaftsbus an der Auffahrt zur Autobahn 72 bei Hartenstein in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt und durch herumfliegende Fahrzeugteile eines verunglückten Pkw getroffen. Die Auer blieben zwar unverletzt, doch der Schock saß bei allen Beteiligten tief. «Mit dieser ganz speziellen Situation umzugehen, war für uns eine große Herausforderung. Wie die Mannschaft das ausgeblendet und sich auf das Spiel fokussiert hat, war außergewöhnlich gut», sagte Schuster.

Torschütze Dimitrij Nazarov widmete seinen Treffer zum 1:0 Busfahrer und Teambetreuer Thomas Romeyke. «Er hat uns einfach das Leben gerettet. Wer weiß, was passiert wäre, wenn er nicht so schnell reagiert hätte. Deshalb ging der Torjubel ganz klar an ihn», sagte Nazarov bei «Sport im Osten» des MDR. Der 30-Jährige lief nach seinem Tor an die Seitenlinie und umarmte Romeyke. Diese Bilder will die Deutsche Fußball Liga (DFL) in Corona-Zeiten eigentlich nicht sehen. «Ich hoffe, dass die DFL da ein Auge zudrückt. Ich weiß, dass man das alles nicht darf und hoffe, dass sie da etwas Menschlichkeit zeigen», äußerte Nazarov.

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