Aue schöpft Mut im Abstiegskampf

Ausgerechnet bei Bundesliga-Absteiger Hamburger SV konnte Erzgebirge Aue den freien Fall stoppen. Der Punktgewinn soll Auftrieb für die vier restlichen Spiele und den Kampf um den Ligaverbleib geben.

Hamburg (dpa/sn) - Es war noch nicht der finale Befreiungsschlag, aber immerhin ein Achtungszeichen im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga: Nach dem 1:1 beim Hamburger SV konnten Trainer und Spieler des FC Erzgebirge Aue nach zuvor vier Niederlagen in Serie endlich wieder mit einem zufriedenen Gefühl den Rasen verlassen. Dass einige Auer Spieler dennoch in die Kabine des Volksparkstadions schlichen, lag einzig am hohen Kräfteverschleiß. «Den Punkt haben wir uns hart erkämpft. Nach dem Abpfiff sind wir alle umgefallen. Gegen einen Großen der Liga muss man mit Kampf und Leidenschaft agieren - und das haben wir heute gemacht», lobte Stürmer Philipp Zulechner sein Team für die Energieleistung. Der HSV dominierte mit 66 Prozent Ballbesitz zwar optisch klar die Partie, die Erzgebirger hielten dafür mit viel Einsatz dagegen. Als Beleg dafür dient die Zweikampfstatistik, in der die Auer am Ende mit 56 Prozent vorn lagen. Die 6000 mitgereisten Fans unter den 52 354 Zuschauern honorierten den beherzten Auftritt ihrer Mannschaft ebenfalls mit Applaus. «Wenn wir in den nächsten Wochen weiter genauso spielen und kämpfen, werden wir die notwendigen Punkte für den Klassenverbleib noch holen», zeigte sich Zulechner optimistisch. Der Österreicher hatte etwas überraschend den Vorzug vor Torjäger Pascal Testroet bekommen, der erstmals seit seinem Wechsel im August 2018 von Dynamo Dresden nicht in der Startelf stand und zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Trainer Daniel Meyer setzte mit Zulechner und Florian Krüger auf zwei laufstarke Stürmer, die den HSV schon früh im Spielaufbau attackieren sollten. Der Plan ging im ersten Durchgang auf. Der Tabellenzweite tat sich gegen clever verteidigende Auer sehr schwer. FCE-Torhüter Martin Männel musste zunächst kaum eingreifen. «Wir haben als Mannschaft heute brutal gut funktioniert. Mein Team wollte unbedingt die Trendwende und gegen die Abwärtsspirale ankämpfen», sagte Meyer. Einer der wenigen Auer Angriffe führte kurz vor dem Halbzeitpfiff sogar zum 1:0. HSV-Torhüter Julian Pollersbeck griff nach einem Eckball von Philipp Riese daneben, so dass das Leder direkt vor den Füßen von Zulechner landete. Der Stürmer knallte den Ball aus halblinker Position unter die Latte. «Wir hatten leider das Pech, dass sich Dennis Kempe erneut am Knie verletzt hat und zur Pause in der Kabine bleiben musste», sagte Meyer und hofft, dass sich die Ausfallzeit des Linksverteidigers diesmal in Grenzen hält. Kempe hatte in Hamburg sein Comeback gefeiert, nachdem er vorher wochenlang wegen einer Knieverletzung pausieren musste. Der eingewechselte Jan Kral konnte den Ausgleich durch Manuel Wintzheimer in der 53. Minute genauso wenig verhindern wie seine Mitspieler. «Ich würde die zweite Halbzeit als Glück des Tüchtigen bezeichnen. Wir haben den zweiten Gegentreffer zwar erfolgreich verhindert, aber im Spiel nach vorn hatten wir noch Luft nach oben. Aber das ist nach zuvor vier Niederlagen in Serie nicht unser Hauptthema», sagte Meyer, für den in erster Linie der Punktgewinn und damit das Ende des Negativlaufs zählte.

«Das Unentschieden gibt uns auf jeden Fall Auftrieb für die letzten vier Spiele. Wenn wir mit genauso viel Emotionen, der Mentalität und noch etwas mehr Zielstrebigkeit in die Partie gehen, ist ein Heimsieg am kommenden Sonntag gegen Bochum realistisch», ergänzte Mittelfeldspieler Clemens Fandrich.

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