Aue-Start mit Ballas, Bussmann und Sparkurs-Ansagen

Aue präsentiert die ersten beiden Neuzugänge für die kommende Saison. Der Zweitligist sucht weiter nach Verstärkungen, doch Boss Helge Leonhardt betont erneut, den Kader verkleinern zu wollen.

Aue (dpa) - Einträchtig verfolgten Florian Ballas und Gaëtan Bussmann den offiziellen Trainingsauftakt des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue nebeneinander von der Tribüne aus. Die beiden Neuzugänge, die erst in den kommenden Tagen ins Training einsteigen werden, standen nur bei der Präsentation durch Vereinspräsident Helge Leonhardt am Samstag im Innenraum des Erzgebirgsstadions. Trainer Dirk Schuster freut sich aber schon auf die Defensiv-Verstärkungen.

«Gaëtan hatte ich schon während meiner Zeit in Darmstadt auf dem Zettel stehen und Florian Ballas hat seine Qualitäten in der Vergangenheit oft genug unter Beweis gestellt. Er war zuletzt bei Dynamo Dresden Kapitän und Leistungsträger. Wir sind sehr froh und glücklich, dass sich Flo für uns entschieden hat», sagte Schuster über den 27 Jahre alten Innenverteidiger. Nach dem Abstieg mit Dynamo bleibt Ballas in Sachsen. «Gerade zu Corona-Zeiten ist es auf dem Transfermarkt brutal schwer. Wenn sich ein Club dann so sehr um einen bemüht, unterschreibt man gern», erklärte Ballas.

Eine wichtige Rolle bei seiner Verpflichtung hat Sören Gonther gespielt. Aues Abwehrchef und Ballas kennen sich aus Dresdner Zeiten und sind privat gut befreundet. «Wir hatten im Urlaub oft miteinander gesprochen. Sören hat immer gesagt, dass er sich freuen würde, wenn wir wieder zusammenspielen», sagte der Neuzugang. Aue sei eine «Mentalitätsmannschaft», gegen die es «immer eklig und unangenehm gewesen ist zu spielen».

Dieses persönliche Ziel formulierte auch der Franzose Bussmann, der genauso wie Ballas einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 im Erzgebirge unterschrieben hat. Für den 1. FSV Mainz 05 absolvierte der Linksverteidiger 28 Spiele in der 1. Bundesliga. Nach einem Jahr in der zweiten französischen Liga bei EA Guingamp kehrt Bussmann nun nach Deutschland zurück.

Mit der Vertragsverlängerung von Mittelfeldspieler John Patrick Strauß bis 2021 plus Option verkündete Leonhardt eine weitere Personalie. Mit Außenverteidiger Dennis Kempe und Ersatztorwart Robert Jendrusch plant man dagegen nicht mehr.

«Im Corona-Jahr stehen noch tiefe Einschnitte vor uns. Dadurch, dass der Kader verkleinert wird, brauchen wir fertige und zweitligataugliche Profis und keine Spieler, die wir ausbilden», betonte der Aue-Boss. «Wir müssen Abstriche machen und können nicht mehr auf allen Positionen mit zwei oder drei Spielern planen.» Laut Geschäftsführer Michael Voigt rechnet der Club aktuell mit einem Etat, der sich zwischen 15 und 16 Millionen Euro bewegt. Ursprünglich waren 20 Millionen Euro als Budget vorgesehen.

In der kommenden Woche werden die Aue-Profis nach individuellen Vorgaben trainieren, vom 12. bis 19. August absolvieren die Sachsen ein einwöchiges Trainingslager im polnischen Opalenica. Dort sollen auch zwei Testspiele stattfinden. Ob bis dahin Pascal Testroet wieder fit wird, ist fraglich. Der Stürmer musste sich einer Knie-Arthroskopie unterziehen und fehlte zum Trainingsstart.

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