Auer Veilchen kassieren bittere, aber verdiente Niederlage

Die Erzgebirger gehen im Sachsenderby der 2. Fußball-Bundesliga gegen Dynamo Dresden in Front, können daraus aber kein Kapital schlagen.

Aue.

Es lief die erste Nachspielminute im Sachsenderby zwischen dem FC Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden: Erich Berko stürmte allein auf Martin Männel zu, spielte den FCE-Kapitän mit etwas Glück aus und erzielte das 1:3 (1:0) aus Sicht der Veilchen. Das war am Montagabend der Schlusspunkt unter einem bitteren Abend für die Auer, die sich die Niederlage in dem prestigeträchtigen Duell auf Grund einer schwachen zweiten Halbzeit jedoch selbst zuzuschreiben haben. Dresden verließ am Ende den Platz als verdienter Sieger. Die Auer schlichen enttäuscht vom Platz.

Bei den Gastgebern nahm Emmanuel Iyoha, der leicht angeschlagen von U21-Auswahl zurückgekommen war, erst einmal auf der Auswechselbank Platz. Ansonsten ließ Chefcoach Daniel Meyer die erwartete Stammformation auflaufen. So waren die zuletzt gesperrten Clemens Fandrich und Calogero Rizzuto wieder mit von der Partie. Dynamo-Coach Cristian Fiél wirbelte seine Elf im Vergleich zum 1:1 gegen den 1. FC Magdeburg dagegen kräftig durcheinander. Die überraschendste Veränderung von insgesamt sieben betraf Stürmer Moussa Koné, für den Lucas Röser beginnen durfte. Eine Maßnahme, die sich auszahlen sollte.

Das Sachsenderby, vor dem der in der Winterpause zu Darmstadt 98 gewechselte Sören Bertram mit viel Beifall offiziell verabschiedet wurde, riss in den ersten 25 Minuten jedoch niemanden im Erzgebirgsstadion von den Sitzen. Beide Mannschaften waren vor allem darauf bedacht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, keine Fehler zu produzieren und den Gegner möglichst früh zu attackieren. Doch das gegenseitige Abtasten und Taktieren fand in der 27. Minute ein abruptes Ende. Patrick Möschl verlor den Ball zehn Meter vor dem Dynamo-Strafraum, Rizzuto passte zu Philipp Riese, der von der rechten Seite in den Strafraum der Dresdner flankte. Dort kam Zulechner zwischen Dario Dumic und Florian Ballas unbedrängt zum Kopfball, der sich unter dem Jubel der Auer Fans zum 1:0 ins lange Eck senkte.

Acht Minuten später hätte ein Geniestreich von Jan Hochscheidt fast das 2:0 gebracht. Der agile Blondschopf sah bei einem Freistoß in der eigenen Hälfte, dass SGD-Torhüter Markus Schubert etwas weit vor dem Gehäuse stand, und versuchte sein Glück mit einem Weitschuss. Der nicht immer sicher wirkende Torhüter der deutschen U21-Nationalmannschaft bekam im Rückwärtsgang jedoch noch eine Hand an den Ball. Nachdem die Dresdner den Rückstand verdaut hatten, kamen sie etwas besser ins Spiel, aber nicht an Martin Männel vorbei. Insbesondere bei einem strammen Schuss von Baris Atik (43.) von der Strafraumgrenze zeigte der FCE-Schlussmann seine Klasse.
Die zweite Halbzeit begann mit einer überflüssigen Pyro-Show im Dynamo-Block. Allerdings machten die Gäste jetzt auch dem Rasen Dampf. Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff schickte der eingewechselte Haris Duljevic auf der rechten Seite Jonas Wahlqvist steil in den Strafraum. Dessen Eingabe bugsierte Röser per Hacke zum Ausgleich ins kurze Eck. Das 1:1 gab den Gästen sichtlich Auftrieb und die Hausherren, bei denen Iyoha für Zulechner ins Spiel gekommen war, gerieten unter Druck. Röser (58.) verfehlte mit einem Kopfball das FCE-Tor nur knapp.

Die Erzgebirger taten sich in dieser Phase schwer und konnten sich kaum von dem Druck befreien. Zudem machten sie sich mit Fehlpässen immer wieder selbst das Leben schwer. Erst nach und nach kamen sie über den Kampf wieder in die Partie, ohne zunächst jedoch Gefahr auszustrahlen. Dafür brannte es vor dem Auer Tor in der 68. Minute, als erneut Röser im Strafraum freistehend über den Ball säbelte. In der 76. Minute schoss Möschl einen Ball genau in die Arme von Männel. Jetzt endlich meldeten sich auch die Platzbesitzer wieder zu Wort. Pascal Testroet (79.) prüfte mit einem Kopfball Schubert. Doch das war nur ein kurzes Aufflackern. Denn der eingewechselte Justin Löwe (81.) mit einem abgefälschten Schuss und eben Berko drehten das Derby endgültig.

Statistik

Aue: Männel - Kalig, Wydra (V), Kusic - Rizzuto (V/83. Nazarov), Fandrich (V), Riese, Herrmann (V) - Hochscheidt (74. Krüger) - Testroet, Zulechner (46. Iyoha).

Dresden: Schubert - Dumic, Ballas (V), Müller - Wahlqvist, Atik (86. Gonther), Benatelli (46. Duljevic/V), Burnic, Möschl - Berko, Röser (77. Löwe).

SR: Hartmann (Wangen im Allgäu). Zuschauer: 14.550. Tore: 1:0 Zulechner (27.), 1:1 Röser (50.), 1:2 Löwe (81.), 1:3 Berko (90.+1)

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