Baumeister Dotchev kündigt intensive Arbeit an

Der Motor stottert. Aus den letzten drei Spielen holte der FC Erzgebirge Aue nur einen mageren Punkt. Und bei St. Pauli fehlt der gesperrte Mittelfeldchef Christian Tiffert.

Aue.

Das Stadion im Lößnitztal ist eine große Baustelle. Dazu kommen jetzt aber auch ein paar Baustellen, die sich beim FC Erzgebirge aufgetan haben. Ausgerechnet seit dem beeindruckenden 3:0-Sieg in Dresden, der Selbstvertrauen gegeben haben müsste, läuft es beim Zweitligaaufsteiger aus Aue nicht mehr rund. Ein Punkt aus den letzten drei Spielen ist eine unnötig magere Ausbeute. Auch beim 2:4 gegen den VfL Bochum konnten die Veilchen-Fußballer den Bock nicht umstoßen. Der FCE-Motor stottert und die Akteure selbst tun sich schwer mit einer Analyse: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wahrscheinlich ist alles falsch, was ich sage", haderte Steve Breitkreuz am Freitagabend.

Cheftrainer Pavel Dotchev, der Baumeister des Aufstiegs, dürfte Bescheid wissen, wo der Hase im Pfeffer liegt. "Es ist nicht alles schlecht, was wir gemacht haben und wir müssen nicht alles in Frage stellen. Aber natürlich müssen wir uns verbessern. Da ist viel Luft nach oben", sagte 51-Jährige, der einiges ausprobieren will. Die 14-tägige Länderspielpause kommt ihm dabei entgegen. "Wir werden versuchen, wieder Stabilität in die Mannschaft zu kriegen", meinte Dotchev, der dieser Tage wieder mit Stamm-Linksverteidiger Calogero Rizzuto planen kann. Zudem möchte er mit Sebastian Hertner, der in Karlsruhe gepatzt hatte und gegen den VfL nur auf der Bank saß, "intensiv arbeiten" oder auch Fabian Kalig als Innenverteidiger testen.

Dieser Ansatz zeigt, wo es unter anderem klemmt. So wackelte die in der letzten Saison oftmals hochgelobte FCE-Abwehr besonders in der zweiten Halbzeit gegen Bochum bedenklich. Große Löcher taten sich vor Männel-Vertreter Robert Jendrusch auf, wobei nicht nur die Verteidiger in der Defensive zu weit von den Gegenspielern standen. "In den Duellen eins gegen eins sehen wir ganz schlecht aus", bezog Christian Tiffert alle mit ein. Der impulsive Routinier musste nach einem mit Gelb geahndeten Foul und einer Rangelei mit Johannes Wurtz, bei der der Auer ein wenig mit dem Fuß nachstocherte, mit Gelb-Rot (88.) vom Platz. In über 300 Erst- und Zweiligaspielen war Tiffert zuvor nie des Feldes verwiesen worden. Jetzt passierte ihm das bereits zum zweiten Mal in dieser Saison. "Gegen Fürth war es eine Dummheit, keine Frage. Aber heute habe ich das nicht so tragisch gesehen", kommentierte der 34-Jährige und fügte an: "Klar tut es mir leid, aber deshalb haben wir das Spiel nicht verloren. Es ärgert mich einfach, weil es dann eher um eine gelb-rote Karte geht, als um unsere Fehler. Da waren heute einige dabei."

Das ist richtig - Mario Kvesic vertändelte bei einem Konter zum Beispiel die Chance zum 3:2 für Aue kläglich - dennoch muss sich Christian Tiffert gerade wegen seiner großen Erfahrung besser im Griff haben. Der Mittelfeldchef des FCE fehlt damit in der nächsten Partie beim FC St. Pauli. Das macht die Aufgabe, ein paar Baustellen zu schließen, nicht einfacher. Aber die Auer sind auch dafür bekannt, dass sie die Ärmel hochkrempeln können.

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