CFC und FSV wollen Saison krönen

Zum zweiten Mal stehen sich am Samstag der Chemnitzer FC und der FSV Zwickau im Finale des Fußball-Sachsenpokals gegenüber. Die Himmelblauen sind mit neun Triumphen Rekordsieger, der FSV will im fünften Anlauf endlich den Premierensieg.

Chemnitz/Zwickau.

Beide Finalisten haben eine starke Saison gespielt, kämpfen nun fernab des Rasens um die Lizenz für die 3. Liga. Beide Traditionsvereine benötigen die rund 100.000 Euro für den Sieg und den damit verbundenen Einzug in die erste DFB-Pokalrunde dringend. "Freie Presse" beleuchtet die Chancen der Kontrahenten.

Ausgangslage

Chemnitz: Nach dem Marsch durch die Regionalliga plant der CFC für die 3. Liga. Das eindrucksvolle 7:0 zuletzt gegen Bischofswerda hat gezeigt: Der CFC ist am Samstag zwar der Außenseiter, aber kein chancenloser. Auch die Kulisse motiviert: Das Stadion wird mit 12.500 Zuschauern (mehr dürfen am Samstag nicht rein) ausverkauft sein, 11.000 Tickets waren bis Donnerstagmittag weg. Unter den Fans werden auch mehr als die obligatorischen zehn Prozent FSV-Fans im Gästeblock sein, der CFC hat weitere Bereiche des Stadions für den freien Verkauf geöffnet.

Zwickau: Der FSV hat eine erfolgreiche Serie hinter sich. Mit Rang 7 und 52 Zählern kamen die Westsachsen nahe an die Bestmarke in der Drittliga-Premierensaison (Platz 5/56 Zähler) heran. Zwei Spieltage vor Saisonende stand der Klassenverbleib fest. Seine Stammkräfte schonte Trainer Joe Enochs mit ein, zwei Ausnahmen im Hinblick aufs Pokalfinale allerdings weder in Großaspach (2:5) noch zuletzt gegen Münster (2:0): "Bei mir spielt immer die bestmögliche Elf."

Motivation

Chemnitz: "Wir haben überhaupt keinen Druck, unsere Saisonziele alle erreicht", sagt David Bergner. "Ob wir dem Verein mit einem Pokalsieg finanziell helfen können, das spielt bei uns in der Kabine keine Rolle. Wir sehen das Spiel als Bonus, den wir uns mit starken Leistungen in diesem Jahr und speziell dem fantastischen Spiel im Halbfinale gegen Lok Leipzig erarbeitet haben." Ein besonderer Tag wird es auch für Dennis Grote. Der 32-jährige Kapitän bestreitet sein letztes Spiel im CFC-Trikot, bevor er Chemnitz in Richtung seiner Familie und Rot-Weiß Essen verlässt.

Zwickau: Dass die Mannschaft bis in die Haarspitzen motiviert ist, daran gibt es keinen Zweifel. Noch nie konnte der FSV die Trophäe in den Himmel stemmen. Fünfmal ist man in jüngster Vergangenheit gegen den CFC im Landespokal gescheitert. Besonders bitter war die 0:2-Finalniederlage 2015 in Zwickau. Auch wenn nur noch Davy Frick aus der Startelf von damals übrig geblieben ist, will die Mannschaft den Bock endlich umstoßen. Die Vorzeichen sind diesmal umgekehrt, denn der FSV tritt dem CFC als höherklassiges Team entgegen. "Der Sieg gegen Münster war noch einmal gut fürs Selbstvertrauen. Die Chancen stehen 50:50. Wir wollen unsere Saison unbedingt mit dem Pokal krönen", sagte Davy Frick. Der Mittelfeldstratege bekräftigte, dass sich alle Zwickauer auf dem Platz zerreißen werden, um ihren Kapitän und künftigen Sportdirektor Toni Wachsmuth gebührend in Fußballrente zu schicken. Und Joe Enochs sagt: "Wir spüren durchaus großen Druck vor diesem Finale. Aber meine Jungs haben schon mehrfach bewiesen, dass sie dem gewachsen sind."

Körperliche Verfassung

Chemnitz: "Ein paar Jungs, die fast die komplette Saison durchgespielt haben, durften in den letzten Wochen pausieren", erklärt David Bergger. "Diesen Luxus konnten wir uns zum Glück leisten. Die Fitness wird am Samstag nicht die entscheidende Rolle spielen, vielmehr der Wille, in diesem einen letzten Spiel noch einmal alles aus sich rauszuholen. Meine Spieler sind dazu bereit."

Zwickau: Der Trainer gab zwar vergangene Woche zu, dass einige seiner Spieler "auf dem Zahnfleisch kriechen". Doch zu den Tugenden des FSV gehört es, körperlich die Grenzen auszuschöpfen und zu kämpfen. Dazu war die Mannschaft, die 42 Pflichtspiele in dieser Saison bestritten hat, während der Drittligasaison auch in der Lage, als sie extrem unter Druck stand. Zum dritten Mal ist es dem FSV gelungen, mehr Punkte in der Rück- als in der Hinrunde zu holen. Auch das spricht dafür, dass die Zwickauer für den Pokalcoup körperlich bereit sind.

Die Kader

Chemnitz: Der zuletzt angeschlagene Tobias Müller steht seit Mittwoch wieder im Training, könnte bis Samstag fit sein. Sonst gibt es keine Ausfälle. Nur zuschauen darf Dejan Bozic. Der Deutschserbe hat im Halbfinale gegen Lok die zweite Gelbe Karte im Wettbewerb gesehen und ist damit für das Endspiel gesperrt. Eine Regelung, die in fast allen internationalen wie nationalen Wettbewerben abgeschafft ist. In Sachsen gilt das Prinzip "Im Finale sollen die Besten spielen" (noch) nicht. SFV-Präsident Hermann Winkler sagt: "Wir werden dieses Spiel zum Anlass nehmen, um über eine Änderung der Regel nachzudenken." Zu spät für den CFC, der seinen Torjäger - Bozic erzielte mit 21 Toren nach Daniel Frahn (24) die zweitmeisten Treffer in der Regionalliga) - schmerzlich vermissen wird. An seiner Stelle stürmt gegen den FSV der 19-jährige Pelle Hoppe.

Zwickau: Die Spieler, die in den letzten Wochen den Klassenerhalt herausgerissen haben, sind alle an Bord und heiß auf das Finale. Nils Miatke, gegen Münster geschont, kehrt auf die linke Offensivseite zurück. Mit Torhüter Johannes Brinkies, Toni Wachsmuth, Julius Reinhardt und Ronny König stehen die Säulen der Mannschaft. Mit Wachsmuth, König und Reinhardt besitzen drei eine CFC-Vergangenheit.

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