Chance und Risiko der möglichen Dotchev-Rückkehr

Der Aufstiegstrainer des FC Erzgebirge soll in anderer Funktion wieder bei den Auern arbeiten. Das wünscht sich der Vereinspräsident.

Aue.

Endgültig verabschiedet hat sich Pavel Dotchev vom FC Erzgebirge Aue trotz seines Rücktritts im Februar 2017 nie. Immer wieder war der ehemalige Trainer, der 2016 mit den Veilchen in die 2. Bundesliga aufgestiegen war, ein gern gesehener Gast: bei Spielen auf der Tribüne, bei der Geburtstagsfeier von FCE-Präsident Helge Leonhardt im vergangenen Jahr, oder bei der "Lila-Weißen Nacht", einer Sponsorenveranstaltung vor wenigen Tagen.

Geht es nach Leonhardt, soll Dotchev künftig wieder mehr als ein Gast in Aue sein, sondern in verantwortlicher Position beim Zweitligisten arbeiten. Der einstige Bundesligaprofi wurde im Januar als Trainer von Drittligist Hansa Rostock beurlaubt und hat laut Leonhardt Interesse signalisiert, in einer anderen Funktion zu den Veilchen zurückzukehren. "Bezogen auf die Aufgabe und deren Bezeichnung sind wir in Gesprächen. Es ist noch alles offen", erklärt der Vereinspräsident. Dass Dotchev ein Teil des Vorstands wird, ist nicht ausgeschlossen.

Zweifelsohne verträgt die kleine Auer Führungsriege einen zusätzlichen Fußballfachmann. Zumal mit Robin Lenk zuletzt ein Co-Trainer freigestellt wurde, der abseits des Rasens viele weitere Aufgaben übernommen hatte. "Die Arbeit soll im sportlichen und organisatorischen Bereich auf mehr Schultern verteilt werden. Pavel soll dem Trainer, Geschäftsführer Michael Voigt sowie auch mir in eigener Verantwortung Aufgaben abnehmen ", erklärt Leonhardt. Mögliche Aufgabenbereiche könnten das Beobachten potenzieller Neuzugänge und des nächsten Gegners sowie die Kaderplanung sein. FCE-Cheftrainer Daniel Meyer forderte erst kürzlich mehr Unterstützung in diesen Bereichen. Die Verpflichtung des 53-Jährigen böte eine Chance: Dotchev kennt den Verein, dessen Möglichkeiten und Baustellen. Er müsste sich nicht einarbeiten, könnte gleich loslegen.

Doch diese Rückkehr birgt auch ein Risiko. Dotchev war bis dato Trainer durch und durch. Setzt der Verein Meyer nicht unter Druck, wenn er einen seiner Vorgänger zurückholt? "Meyer und Dotchev, aber auch meine Vorstandskollegen sind allesamt Alphatiere, daher müssen wir die Aufgaben klar abstecken. Es geht nicht darum, den Cheftrainer zu bevormunden", sagt Leonhardt. "Ich brauche niemanden, der neben Trainer und Präsident noch große Reden schwingt - aber jemanden, der mit Sachverstand, sozialer Kompetenz und Erfahrung gemeinsam mit uns die Geschicke des Profibereiches kollektiv mitgestaltet."sesi

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...