Derby Aue gegen Dresden: Testroets emotionale Rückkehr

Wohin geht die Reise für beide Teams? Dresden will wieder oben ranrücken, Aue unten weg. Eine entscheidende Rolle kann dabei einem Rückkehrer zufallen: Aues Pascal Testroet soll auch gegen seinen Ex-Club treffen.

Aue/Dresden (dpa) - Brisanz ist beim Sachsen-Derby zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue immer im Spiel - auch beim 91. Mal. Die Partie an diesem Freitag (18.30 Uhr/Sky) gilt als richtungsweisend. Denn während Dresden den Anschluss an die Aufstiegsränge herstellen möchte, kann sich Aue endgültig vom Tabellenkeller absetzen. Mit einem Erfolg könnte der Tabellen-13. mit dem sächsischen Konkurrenten aus der Elbestadt punktemäßig gleichziehen. Die SGD ist mit 13 Zählern derzeit Neunter, vier Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsrang.

Nach zuletzt zwei sieglosen Partien in Serie, soll für die Dynamos der dritte Heimsieg her. Doch Aue hat drei seiner letzten fünf Liga-Partien gewonnen, drehte zuletzt durch zwei späte Tore einen Rückstand gegen Holstein Kiel und reist daher mit viel Rückenwind in die Landeshauptstadt. «Grundsätzlich ist es immer gut mit einem Sieg in die Länderspielpause zu gehen. Die Arbeits-Atmosphäre ist dann eine ganz andere, als wenn du verlierst. Mit dem guten Gefühl aus dem Kiel-Spiel sind wir bereit, alles rauszuhauen», erklärte Aue-Coach Daniel Meyer. Auswärts konnte sein Team bisher aber nur einmal punkten, beim 2:1-Erfolg in Duisburg.

Ein Torschütze damals: Neuzugang Pascal Testroet, der nun rund zwei Monate nach seinem Abgang von Dresden ins Erzgebirge erstmals zu seiner «alten Liebe» zurückkehrt. Im Sommer 2015 war der 28-Jährige Stürmer nach Dresden gewechselt. Schnell wurde er zum Liebling der Fans. «Deswegen fände ich es schade, wenn ich mit Pfiffen empfangen werde. Ich habe immer alles für die SGD gegeben. Nach meinem Wechsel zum FCE habe ich jedenfalls viele positive Nachrichten von Dynamo-Fans bekommen. Aber es ist am Freitag ein Derby. Da werden die Fans gegen Aue und auch gegen mich sein», sagt Testroet, der unter dem ehemaligen Dresden-Coach Uwe Neuhaus keine Rolle mehr spielte.

Dynamos Trainerwechsel kam für den gebürtigen Bocholter somit zu spät, denn zum neuen Coach Maik Walpurgis pflegt er ein besonderes Verhältnis. 2013/14 arbeiteten beide beim VfL Osnabrück zusammen, 2016 war der 45-Jährige sogar Gast bei Testroet`s Hochzeit. «Ich habe Paco als ehrgeizigen, zielstrebigen Stürmer kennengelernt», beschreibt Walpurgis seinen Ex-Schützling.

Gegen den sächsischen Rivalen muss Walpurgis ausgerechnet auf Führungsspieler Patrick Ebert verzichten. Im Ost-Duell beim 1. FC Magdeburg kassierte er seine fünfte Gelbe Karte. Meyer kann wie bereits gegen Kiel nicht auf Routinier Christian Tiffert (Knieprobleme) zurückgreifen. In der Länderspielpause schoss sich Aue beim Sachsenligist SV Olbernhau mit einem 7:0 warm, Dresden schaffte ein 5:1 beim Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach, wo vor allem Patrick Möschl auf der rechten Außenbahn überzeugte.

In der vergangenen Saison kam der FCE in Dresden mit 0:4 förmlich unter die Räder. Dass dies noch einmal passiert, glaubt Testroet nicht: «Im letzten Jahr war Dynamo die Ballbesitz-Mannschaft und Aue das Team, das defensiv stand und über Konter agiert hat. Wir haben unser Spiel verändert, indem wir mehr Ballbesitz haben und das Spiel offensiver gestalten wollen. Ich erwarte eine offene Partie und rechne uns gute Chancen auf einen Sieg aus.»

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