Die neue Qualität des Dimitrij Nazarov

Der FC Erzgebirge Aue hat den Vertrag mit dem Offensivspieler bis Sommer 2023 verlängert. An den nächsten Gegner des Zweitligisten hat der Nationalspieler Aserbaidschans gute Erinnerungen.

Aue.

Etwas ungewohnt war diese und die zurückliegende Woche für den aserbaidschanischen Nationalspieler in Diensten des FC Erzgebirge Aue schon. "Seit sieben Jahren war ich erstmals nicht auf Länderspielreise. Das hat mir gut getan. Der Akku ist voll", sagt Dimitrij Nazarov. Aufgrund einer Gelbsperre blieb er im Erzgebirge. Die Zeit nutzte der 29-Jährige und der Zweitligist, um den Vertrag des Offensivspielers bis Sommer 2023 zu verlängern. Eine lange Zeit. "Wenn der Spieler und der Verein das möchten, spricht doch nichts dagegen", meint Nazarov. "Präsident Helge Leonhardt hat mir aufgezeigt, was er in den nächsten Jahren vorhat und dass ich eine wichtige Rolle spielen soll. Das hat mich total überzeugt. Ich fühle mich pudelwohl hier."

Seit drei Jahren läuft der Mann mit der Rückennummer zehn für die Erzgebirger auf. So glücklich wie derzeit wirkte der einst vom Karlsruher SC nach Aue gewechselte Profi selten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die aktuelle Saison läuft wie gemalt für ihn. In den zehn Pflichtspielen stand er nur einmal nicht in der Startelf, aber immer mindestens 45 Minuten auf dem Platz. Vier Tore gehen auf sein Konto, zwei davon beim 4:1 gegen Dynamo Dresden.

Vergangene Saison war das noch ganz anders. Unter Ex-Trainer Daniel Meyer saß Nazarov häufig auf der Bank. Ein Wechsel kam für ihn aber nicht infrage, erzählt Nazarov. "Ich habe mich auch in diesem, für mich persönlich so schweren, Jahr klar zu Aue bekannt. Auch wenn es - wegen der Einsätze in der Nationalmannschaft - viele Angebote gab." Ob er seine Karriere in Aue beenden will, das weiß er noch nicht. "Darüber habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Fakt ist: Mit 33 Jahren will ich nicht mit dem Fußballspielen aufhören."

In der Vorbereitung auf diese Saison drängte sich der Aserbaidschaner dermaßen auf, dass Meyer nicht an ihm vorbeikam. Unter dessen Nachfolger Dirk Schuster ist Nazarov als zentraler, offensiver Mittelfeldspieler gesetzt. "Das ist genau meine Position, die ich auch in der Nationalmannschaft immer spiele. Dort bin ich am stärksten. Das gibt mir das Selbstvertrauen meine Leistungen abzurufen", erklärt der Profi.

Schuster schätzt seinen Zehner: "Dima ist ein Unterschiedsspieler, der immer eine gewisse Torgefahr ausstrahlt. Neuerdings wirft er sich aber auch in der Defensivarbeit voll rein. Das kannte ich von ihm so nicht. Dass er seine Spielweise in seinem Alter umstellt, zeichnet ihn aus." Nazarov sieht gerade darin sogar noch Luft nach oben: "Ich arbeite daran, mich weiterzuentwickeln. Ich bin 29, nicht in allen Bereichen mehr entwicklungsfähig - in der Defensive aber auf jeden Fall."

Am Freitagabend dürfte diese neue Qualität besonders gefragt sein. Die Veilchen empfangen um 18.30 Uhr mit dem 1. FC Nürnberg einen Bundesligaabsteiger, der sich nach durchwachsenem Saisonstart wieder gefangen hat und in der Tabelle nach oben orientiert. Als Sechstplatzierter mit zwei Punkten Rückstand könnten die Franken durch einen Sieg an den derzeit auf Rang vier stehenden Auern vorbeiziehen. Nazarov will das verhindern: "Klar ist Nürnberg stark. Mit dem Publikum im Rücken werden wir aber alles raushauen - und wir werden unsere Chancen bekommen. Die müssen wir nutzen."

Nazarov hat gute Erinnerungen an den letzten Besuch der Nürnberg im Lößnitztal: Beim 3:1-Sieg der Gasgeber vor zwei Jahren erzielte er das zwischenzeitliche 2:0. "Wir haben damals ein sehr gutes Spiel gemacht. Aber jetzt gibt es ganz andere Voraussetzungen. Nürnberg war für ein Jahr in der ersten Liga, auch bei uns hat sich einiges verändert", gibt Nazarov zu Bedenken. "Aber mit dem Ergebnis könnte ich leben."

Erzgebirge Aue hat sich von Athletiktrainer Marc Lorius getrennt. "Nächste Woche werden wir den Vertrag einvernehmlich auflösen", kündigte FCE-Präsident Helge Leonhardt an. Lorius' Nachfolger könnte Frank Steinmetz werden, der in Wiesbaden, Darmstadt und Augsburg bereits mit FCE-Trainer Dirk Schuster zusammengearbeitet hat.

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