Dominik Wydra - Meyers Problemfall beim FCE ist nun ein Fixpunkt

Die Zweitligasaison lief mitunter holprig für den FC Erzgebirge wie auch für Dominik Wydra. Am Sonntag in Regensburg können die Veilchen den sehr wahrscheinlich letzten Schritt zum Klassenerhalt gehen - und der Österreicher seine Zukunft planen.

Aue.

"Im Winter habe ich als großes Scheitern empfunden, einen Mann wie Dominik Wydra nicht in die Stammelf integriert zu haben. Da gehört ein Mann mit seinen fußballerischen Qualitäten und seiner Physis eigentlich hin." Das sagt Daniel Meyer, Trainer des FC Erzgebirge Aue über den Wiener, der seit Sommer 2017 das Trikot der Veilchen trägt. Der bei Rapid Wien fußballerisch groß gewordene Wydra kam nach seinen ersten beiden Deutschland-Stationen SC Paderborn und VfL Bochum als Wunschspieler des damals neuen Trainers Thomas Letsch und dessen Assistenten Wolfgang Luisser nach Aue. In Paderborn, wo Wydra 2016 mit dem Team aus der 2. Bundesliga abgestiegen war, stimmte das Mannschaftsgefüge nicht, in Bochum kam er mit TrainerGertjan Verbeek nicht klar.

Kurz nach Wydras Wechsel ins Erzgebirge war Verbeek beim VfL Geschichte, wie in Aue ein paar Wochen später Letsch und Luisser. "Was für ein seltsamer Film läuft hier? - habe ich mich damals gefragt", erzählt der 25-Jährige. Er hat sich durchgebissen. Als Mittelfeldspieler, der sich zwischen den Strafräumen bewegt, wurde er ausgebildet, in Aue musste er noch eine neue Rolle lernen - die des Innenverteidigers. "Inzwischen kann ich auch das, bin vielseitig einsetzbar", sagt Wydra. Sicher kein Nachteil. Letsch, Interimslösung Robin Lenk, Hannes Drews - die FCE-Trainer hatten verschiedene Verwendungen für den 1,85 Meter großen Mann.

Daniel Meyer hatte nach ein, zwei unglücklichen Partien Wydras erst einmal keine überzeugende. Und so kam der Österreicher in der Hinrunde nur zu sechs Einsätzen und seinem Ziel - dem Sprung in die Nationalmannschaft seiner Heimat - kein Stück näher. Zweimal (im Oktober 2017 im WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien und einen Monat später im Freundschaftsspiel gegen Uruguay) stand er im Kader, verfolgte das Spiel aber jeweils nur als Zuschauer. "Ich habe Auswahlluft geschnuppert - ein Anfang", sagt er, "aber noch lange nicht das Ende." Österreichs Fußball, der mit Ausnahme der Heim-EM 2008 und der EM 2016 seit 1998alle großen Turniere als Zaungast verfolgen musste, kann einen wie Wydra vielleicht noch gebrauchen. Warum die Österreicher in den Qualifikationen ständig versagen, kann sich auch Wydra nicht erklären: "Von der Qualität der einzelnen Spieler her gesehen, müsste da mehr rausspringen."

Vielleicht liegt es am Teamgeist. In Aue jedenfalls passt der. "Wir haben eine Superstimmung in der Mannschaft, alle ziehen mit", sagt der Schlaks, der Übersicht und Zweikampfverhalten als seine Stärken nennt. Im Team des FC Erzgebirge hat er sich längst einen Stammplatz erkämpft. "Er ist inzwischen ein Fixpunkt in unserem System", sagt sein Trainer, "ohne ihn ständen wir vermutlich nicht da, wo wir jetzt stehen". Nämlich nur einen letzten Schritt vom Klassenerhalt entfernt. Den wollen die Veilchen, den will Wydra, am Sonntag (Anstoß 13.30 Uhr) in Regensburg gehen. Je nach Ausgang der anderen Partien kann dafür vielleicht schon ein Pünktchen reichen. "Wir müssen nicht auf die anderen schauen, sondern unser eigenes Ding durchziehen", sagt Wydra, "das ist zumindest meine Einstellung. 40 Punkte sind das Ziel, damit ist man auf jeden Fall sicher."

Fast sicher ist, dass Dominik Wydra auch in der kommenden Saison das Veilchen-Trikot tragen wird. "Am Dienstag stehen die letzten Gespräche mit Helge Leonhardt an. Ich denke, wir werden uns einig", verrät der junge Mann, der mit seiner ebenfalls aus Wien stammenden Freundin in Chemnitz wohnt. Die 1. Bundesliga - wie für jeden Profi in Deutschland natürlich auch für ihn der große Traum - muss wohl noch warten. Wie der Österreicher selbst auf sein nächstes Tor. Genau eins (im August 2017 beim 3:1-Heimsieg gegen Nürnberg) hat er bislang für den FC Erzgebirge erzielt. "Dabei kann ich eigentlich ganz gut schießen", lächelt er.


Gute Bilanz gegen Regensburg 

Zum Glück keine Abendspiele mehr in dieser Saison. Zehnmal mussten die Auer in dieser Zweitligasaison abends ran, keine der Partien wurde gewonnen, acht verloren. "Woran das liegt, können wir uns auch nicht erklären", sagt Trainer Daniel Meyer.

Jahn Regensburg ist ein Lieblingsgegner der Veilchen. In bislang elf Begegnungen mit den Oberpfälzern gab es sechs Auer Siege, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Die letzte Schlappe für den FC Erzgebirge liegt lange zurück: Am 30. März 2010 unterlagen die Erzgebirger im Drittligaspiel in Regensburg mit 1:2.

Das Hinspiel dieser Saison endete 1:1. Pascal Testroet hatte Aue am 30. November schon früh im Match in Führung geschossen (9.), Marco Grüttner kurz danach für Jahn ausgeglichen (12.).

Nicht mitwirken können am Sonntag der nach seiner Roten Karte bei der 0:1-Heimniederlage gegen Heidenheim noch für diese Partie gesperrte Filip Kusic sowie die verletzten Dennis Kempe, Phlipp Zulechner und Malcolm Cacutalua.

Schiedsrichter der Partie ist Pascal Müller aus Löchgau. (ts)

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