Dresden legt Einspruch gegen die Darmstadt-Niederlage ein

Der Ärger nach der Niederlage gegen Darmstadt 98 war groß, schließlich hat das Eingreifen des Videoschiedsrichters den Ausgleich verhindert. Nun hat Dynamo Dresden Protest gegen die Wertung des Spiel eingelegt.

Dresden (dpa) - Nun also doch. Dynamo Dresden hat beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) Einspruch gegen die Wertung des 2:3 gegen Darmstadt 98 eingelegt. Dies teilte der abstiegsbedrohte Zweitligist am Montag mit.

«Wir sind als Geschäftsführung dazu verpflichtet, Schaden von unserem Verein fernzuhalten. Deshalb haben wir am späten Sonntagabend fristgemäß Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingereicht, weil unserer Meinung nach laut der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB ein Regelverstoß des Schiedsrichters vorlag und so der Ausgang des Spiels gegen Darmstadt zu unserem Nachteil beeinflusst wurde», sagte Dynamos Geschäftsführer Ralf Minge in einer Vereinsmitteilung.

Stein des Anstoßes ist der nicht gegebene Treffer zum 3:3 durch Patrick Schmidt in der 72. Minute. Das Tor war nach Intervention des Videoschiedsrichters Florian Badstübner und Überprüfung des Referees Michael Bacher am Spielfeldrand aberkannt worden. Grund: Jannis Nikolaou stand beim Pass auf Schmidt passiv im Abseits und soll dann einen Verteidiger behindert haben.

«Wir haben uns noch einmal in aller Ruhe und mit etwas Abstand zu den Geschehnissen am Freitagabend in Dresden juristischen Rat und regeltechnische Expertise von unabhängigen Experten eingeholt und sind zum Ergebnis gekommen, dass wir das äußerst umstrittene Zustandekommen der Niederlage gegen Darmstadt nicht einfach so hinnehmen können», erklärte Minge. Zuvor hatte der 59-Jährige erklärt, keinen Einspruch einlegen zu wollen. Die Aussichten auf Erfolg seien zu gering.

Im Dezember war Liga-Konkurrent Wehen Wiesbaden mit seinem Einspruch gegen die Niederlage bei Dynamo vor dem DFB-Sportgericht gescheitert. Die Hessen unterlagen am 8. November bei den Sachsen durch einen kuriosen Videobeweis mit 0:1. Der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz begründete sein Urteil damit, dem Schiedsrichter keinen Regelverstoß und dem Videoassistenten keinen Fehler nachweisen zu können.

Auch für Dynamo dürften die Aussichten auf Erfolg gering sein. Zumal das der Anfang vom Ende des Videobeweises wäre. Der DFB ist sich bewusst, dass es trotz Videoüberprüfung zu Schwierigkeiten kommen kann. «Es wäre vermessen zu glauben, dass man so etwas einführt und nach zwei Jahren sagt: Es ist alles toll», hatte Projektleiter Jochen Drees im Januar gesagt. Laut Statistik sind bis zur Winterpause allein in der Fußball-Bundesliga 53 Fehlentscheidungen durch den Videobeweis verhindert worden.

Dresden bekommt nun vom DFB eine Frist eingeräumt, um den Einspruch detailliert zu begründen. Vertreten werden die Sachsen durch Rechtsanwalt Christian Quirling.


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