FCE-Coach Daniel Meyer: Wir bekommen das hin

Die vierte Niederlage in Folge bringt einige Fans der Erzgebirger gegen den Trainer auf. Doch dieser wird auch beim HSV auf der Bank sitzen.

Aue.

Dass nach der vierten Niederlage in Folge der Ton im Erzgebirge rauer und der Auer Trainer in Frage gestellt wird, gehört zu den ungeschriebenen Gesetzmäßigkeiten des Fußballgeschäfts. Diese kennt auch Daniel Meyer, der am Freitagabend diesbezüglich einiges - was teils auch unter die Gürtellinie ging - zu hören bekam. "Ich habe aus dem Stadion heraus viele nette Aufforderungen bekommen, dass ich nach Hause fahren soll", sagte der FCE-Chefcoach nach dem 0:1 (0:1) gegen den 1. FC Heidenheim mit Ironie, aber auch einem Schuss Enttäuschung in der Stimme.

Aus einer vorzeitigen Abreise wird jedoch nichts. Der 39-Jährige bleibt in Aue und wird am Ostersonntag auch beim Hamburger SV auf der Bank sitzen. Präsident Helge Leonhardt will von einer Trainerdiskussion nichts wissen: "Ich kann Daniel Meyer keinen Vorwurf machen. Das ist eine Sache der Jungs auf dem Platz", sagte er im MDR. Der Coach hatte sich schon am Freitag kämpferisch gegeben: "Wenn ich das weitermachen soll, dann mache ich das weiter. Wir bekommen es hin, da bin ich der festen Überzeugung. Alles andere kann ich nicht beeinflussen", sagte er.

Was Meyer beeinflussen kann, ist die Einstellung seiner Truppe. Doch daran lag es gegen clevere Heidenheimer nicht. Dass aus dem Auer Fanblock immer wieder Sprechchöre "Wir wollen Euch kämpfen sehen", ertönten, irritierte Meyer zu Recht. "Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich glaube schon, dass die Mannschaft alles probiert hat", sagte der Fußballlehrer nach der Partie.

In dieser haperte es bei den Auern an anderen Dingen. Sie betrieben einen enormen Aufwand, doch heraus kam vor dem gegnerischen Tor zu wenig. In dem Bereich fehlte die Konsequenz, das Zwingende, die Präzision. Der grippegeschwächte Pascal Testroet sowie Jan Hochscheidt mühten sich zwar, erhielten aber zu wenig Unterstützung. Vor dem eigenen Gehäuse wiederum krankte es besonders in den ersten Minuten an der Abstimmung. Ehe sich die auch wegen der Erkrankung von Fabian Kalig erneut umformierte Abwehrreihe, in der Steve Breitkreuz auf der linken Seite sein Comeback gab, richtig sortiert hatte, lag der Ball schon im Netz. Dass Torschütze Robert Andrich mutterseelenallein durchs Mittelfeld in Richtung FCE-Strafraum dribbeln und sich die Ecke quasi aussuchen konnte, geht nicht. "Das war einfach schlecht verteidigt", gab Meyer zu.

Auch Breitkreuz, der im Winter am Knie operiert worden war, sah in dieser Szene nicht gut aus. Das wollte der 27-Jährige nicht wegdiskutieren, gab aber angesichts der gefährlichen Situation im Tabellenkeller zu bedenken: "Es geht nur zusammen. Es bringt nichts, dem anderen Schuld zuzuweisen, jeder muss sich an die eigene Nase packen und versuchen, das Maximum rauszuhauen. Irgendwann werden wir auch mal wieder das Glück haben oder ein Spiel gewinnen." Sich darauf zu verlassen, könnte jedoch fatal sein. Nicht jeder Verein hat so viel Geduld wie Heidenheim, wo Frank Schmidt seit mehr als elf Jahren auf der Trainerbank sitzt. Eine Ausnahme, die aber nur die Regel bestätigt.

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