Gekämpft, aber zu passiv: Auer Auswärtskomplex hat Bestand

Gegen Bochum gab es für Aue in der Vergangenheit nicht allzu viel zu holen. Dank einer hervorragenden Abwehrleistung sah es nach der Länderspielpause bis kurz vor Schluss nach einem Punktgewinn aus. Doch es sollte wieder nicht sein.

Aue (dpa/sn) - Der FC Erzgebirge Aue befindet sich wieder im Abwärtsstrudel und kommt nicht aus dem unteren Tabellendrittel der 2. Fußball-Bundesliga heraus. Beim 1:2 (1:0) am Samstag beim VfL Bochum offenbarten die «Veilchen» einmal mehr ihre Auswärtsschwäche. Saisonübergreifend hat der FC Erzgebirge von den vergangenen elf Gastspielen nur das beim MSV Duisburg am 6. Spieltag gewonnen.

Die Niederlage in Bochum war unnötig. Und das nicht nur, weil das Siegtor der Gastgeber durch Doppel-Torschütze Tom Weilandt praktisch in der letzten Sekunde der Nachspielzeit fiel. «Die verdiente Niederlage hat aber nichts mit der taktischen Ausrichtung zu tun, sie hat mentale Gründe», sagte Aues Trainer Daniel Meyer. Für ihn war der verschossene Elfmeter von Lukas Hinterseer nach 61 Minuten die spielentscheidende Szene. «Da dachten wohl alle, heute kriegen wir keins. Dann stehst du noch tiefer, machst nichts mehr nach vorn, weil du einfach nur verteidigen willst», sagte der Coach.

Eines kann man den Auern nicht vorwerfen: mangelnde Kampfbereitschaft. Nach dem frühen Tor von Pascal Testroet (2.) machte Bochum mächtig Druck, drückte die Auer immer tiefer in deren Hälfte. Doch die Abwehrarbeit war hervorragend. «Wir hatten wenige Mittel gegen das Bochumer Angriffsspiel, wir haben sehr disziplinert und leidenschaftlicht verteidigt. Die Mannschaft hat sich mit jeder Faser ihres Körpers dagegen gestemmt und hätte den unter dem Strich glücklichen Punkt trotzdem verdient gehabt aufgrund der Art und Weise wie sie sich präsentiert hat», lobte Meyer.

Zu bemängeln gab es aber, dass nach vorn eher nichts mehr ging. «Die zweite Halbzeit war eine Abwehrschlacht. Wir hatten kaum Ballbesitz, sehr wenig Entlastung, hatten wenig Umschaltmomente, wir haben viel zu tief gestanden, waren oft sehr passiv», sagte Meyer und Innenverteidiger Malcolm Cacutalua ergänzte: «Wir haben gesagt, wir müssen selbst angreifen. Das haben wir ab dem 1:0 viel zu wenig getan.»

Einen eigenen Fehler gab Meyer zu. Zur Pause ersetzte er Testroet durch Fabian Kalig. «Das sollte kein Zeichen sein, noch defensiver zu agieren. Uns hat vorne ein Anspielpunkt gefehlt. Wir wollten damit versuchen, die Räume zuzubekommen. Das ist uns halbwegs ordentlich gelungen. Unserem Offensivspiel war es aber nicht zuträglich», sagte Meyer.

An einen Knacks durch die Niederlage glaubt Meyer nicht. «Ich habe grundsätzlich das Gefühl, dass wir sehr geschlossen sind. Wir schütteln das ab und sind nächste Woche wieder da. Wir wollen gegen Regensburg was holen», sagte Meyer. Aus dem Wollen ist nach der Bochum-Pleite aber ein Müssen geworden, um nicht noch weiter in den Abstiegsstrudel hineingezogen zu werden.

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