Kampfstarke Erzgebirger knöpfen Spitzenreiter Bielefeld Punkt ab

Die Auer Zweitligafußballer sind zu Hause eine Macht und nach der Niederlage in Wiesbaden wieder in der Spur. Beim 0:0 gegen Aufstiegsanwärter Arminia Bielefeld steigerten sie sich deutlich.

Aue.

Der FC Erzgebirge Aue bleibt zu Hause weiter ungeschlagen, aber 2020 auch noch ohne Torerfolg. 0:0 trennten sich die Veilchen am Freitagabend von Arminia Bielefeld, dem Tabellenführer der Zweiten Fußball-Bundesliga. Die Veilchen, die auf eigenem Platz sieben Heimspiele gewinnen konnten und dreimal Remis spielten, rangieren weiter auf Rang sechs. Vor allem aber zeigten sie in puncto Engagement und Einstellung eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem schwachen Auftritt bei der 0:1-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden.

Aue-Coach Dirk Schuster nahm im Vergleich zur Auftaktniederlage in Hessen zwei Veränderungen in der Startelf vor. Louis Samson musste seinen Platz in der Abwehrkette an Neuzugang Jacob Rasmussen abtreten. Der 22-jährige Däne verteidigte auf der linken Seite, Sören Gonther in der Mitte. John Patrick Strauß musste ebenfalls zunächst auf der Bank Platz nehmen, dafür rotierte Dennis Kempe in die Mannschaft.

Rasmussen, der vom FC Florenz bis zum Saisonende ausgeliehen ist, kam dabei zu seinem Debüt im Veilchentrikot. Und wenn der Abwehrspieler in der 13. Minute noch zwei, drei Zentimeter höher gesprungen wäre, hätte er eventuell gleich ein Tor erzielt. So rutschte ihm die von Philipp Riese getretene Ecke aber knapp über den Scheitel. Die Standardsituation war so etwas wie der Wachmacher in der Partie.

Hatten sich beide Teams bis dahin nur belauert, nahm der FCE zuerst Fahrt auf. In der 15. Minute schickte Florian Krüger Sturmpartner Jan Hochscheidt steil. Der Blondschopf schlug noch einen Haken nach innen, konnte Arminia-Keeper Stefan Ortega allerdings nicht überwinden. Nur eine Minute später beförderte Aues Torhüter Martin Männel das Leder mit einem langen Abschlag in den Bielefelder Strafraum. Dort legte Hochscheidt den Ball quer, doch Krüger brauchte einen Tick zu lange, um ihn unter Kontrolle zu bringen. Schlussendlich wurde sein Schuss abgeblockt.

Vom Spitzenreiter der Liga war bis dahin noch nicht viel zu sehen, obwohl die Bielefelder viel mehr Ballbesitz hatten. Ab der 30. Minute zogen die Gäste jedoch das Tempo an und zeigten mehr Zug zum Tor. Jonathan Clauss überspurtete Rasmussen auf der Außenbahn. In die Flanke segelte Torjäger Fabian Klos, der nach seinem Kopfball aus Nahdistanz den Torschrei schon auf den Lippen hatte. Doch Männel boxte den Ball mit einem starken Parade noch heraus - die Torlinientechnik gibt es in der Zweiten Liga nicht. Da sich auch Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus nicht meldete, blieb es beim 0:0. Und da sich der aufmerksame Männel in der 43. Minute bei einem Klos-Schuss aus spitzem Winkel erneut nicht überwinden ließ, ging es mit diesem Ergebnis in die Kabinen.

Nachdem beide Mannschaften wieder auf dem Platz standen, ergriffen die Arminen zunächst wieder die Initiative. So prüfte Stürmer Andreas Voglsammer Männel (53.) mit einem strammen Schuss von der Seite. Die Erzgebirger hielten allerdings dagegen, absolvierten dabei ein enormes Laufpensum und gingen bissig in die Zweikämpfe. Als es der bereits gelbverwarnte Rizzuto dabei einmal übertrieb, nahm ihn Schuster in der 59. Minute vorsichtshalber vom Platz und brachte Strauß. Ebenfalls neu im Spiel war zu diesem Zeitpunkt Pascal Testroet, der den angeschlagenen Krüger ersetzte.

Viele Zweikämpfe prägten auch das Bild in der Schlussviertelstunde. Spielerisch schlug Bielefeld zwar die feinere Klinge, heraus kam aber wenig. So kam der Ex-Auer Cebio Soukou nach einer Eingabe nicht zum Abschluss (76.), weil Rasmussen dazwischen spritzte. Eine Aktion, die exemplarisch für die gesamte FCE-Mannschaft stand. Und deshalb hatte sich die Elf von Dirk Schuster, der von Schiedsrichter Guido Winkmann auch noch mit Gelb bedacht wurde, den Punkt redlich verdient.

Aue: Männel - Mihojevic (V), Gonther, Rasmussen - Rizzuto (V/59. Strauß), Riese, Fandrich, Kempe (V) - Nazarov (80. Daferner) - Hochscheidt, Krüger (55. Testroet),

Bielefeld: Ortega - Brunner (V), Pieper, Nilsson, Hartherz - Prietl - Yabo (72. Edmundsson/V), Hartel - Clauss (62. Soukou), Klos, Voglsammer (85. Kunze) SR: Winkmann (Kerken), Zuschauer: 9000.


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