Kauczinski mit Personalsorgen: Ballas vor Rückkehr

Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski plagen einige Personalsorgen, über die Konsequenzen ist er sich noch nicht sicher. Für Florian Ballas wird die Reise nach Hannover aber eine in die Vergangenheit.

Dresden (dpa) - Die Niederlage gegen den VfB Stuttgart hat Dynamo Dresden nicht nur Kraft gekostet. Der abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist reist nun am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) auch mit Personalsorgen zu seinem Nachholspiel bei Hannover 96. «Ja wir haben Probleme, teils aus dem Training mitgenommen bei Baris Atik, Max Kulke, Justin Löwe und Marco Hartmann. Ondrej Petrak und Josef Husbauer haben gegen Stuttgart Schläge abbekommen», erklärte Trainer Markus Kauczinski am Dienstag auf einer Video-Pressekonferenz.

Erst am Sonntag war Dynamo nach nur einer Woche Training und 84 Tagen Pause wieder in den Spielbetrieb eingestiegen. Bis zum 22. Juni muss das Schlusslicht acht Spiele in 22 Tagen bestreiten. Deswegen ist nicht ausgeschlossen, dass Kauczinski in Hannover durchwechselt. «Wir werden wechseln müssen, vielleicht spielen wir auch mit zwei Stürmern. Ich weiß noch nicht, ich muss es erstmal verdauen», erklärte der 50-Jährige.

Innenverteidiger Florian Ballas sollte dagegen auch bei seiner Rückkehr in die niedersächsische Landeshauptstadt seinen Stammplatz sicher haben. Im Sommer 2013 heuerte der Abwehrspieler in Hannover an und stand mehrfach im Bundesliga-Kader. Letztlich kam er aber nur bei der zweiten Vertretung in der Regionalliga zum Einsatz und wurde nach nur einem halben Jahr wieder ausgeliehen. «Hannover rennt so ein wenig den Erwartungen hinterher. Ich weiß aus meiner Zeit, wie es dort zur Sache geht und wie der Anspruch ist. Sie haben aber nach wie vor eine gute Mannschaft», warnte der 27 Jahre alte Dynamo-Kapitän am Montag im MDR-Podcast «Themengrätsche».

Ballas hat seine Rolle als Abwehrchef angenommen. Seit der Winterpause trägt er die Kapitänsbinde und ist mit fast 64,5 Prozent gewonnener Duelle der beste Zweikämpfer seines Teams. Ligaweit konnten nur vier Akteure mehr Zweikämpfe gewinnen als der 1,96 Meter große Abwehrspieler.

«Die Verantwortung hat ihm noch einmal einen Schub gegeben», lobt auch Kauczinski seinen Schützling. «Er bringt sehr viel mit, trotzdem hatte ich am Anfang das Gefühl, dass da mehr ist, als er zeigt. Er lernt jetzt gerade erst, an seine Grenze zu gehen, strahlt Ruhe an die Mannschaft ab und ist auch im Austausch mit mir sehr präsent. Wichtiger ist mir aber die Präsenz auf dem Platz, auch seine Körperlichkeit und sein Fußballspiel.»

Dass der am Montagabend verkündete Abschied von Sportchef und Vereinslegende Ralf Minge seine Mannschaft beeinflussen könne, glaubt Kauczinski nicht. «Ralf hat heute Morgen das Gespräch mit der Mannschaft gesucht und den Fokus sehr schnell wieder auf den Abstiegskampf gelegt», erklärte der 50-Jährige. «Für uns auf dem Platz spielt das keine Rolle. Im Gegenteil, vielleicht können sie zeigen, dass sie für Ralf spielen.»

Minge war von 2007 bis 2009 erstmals Dynamos Sportgeschäftsführer, seit 2014 ist der ehemalige Stürmer erneut für die sportliche, strategische und konzeptionelle Entwicklung der Lizenzspielermannschaft und der Nachwuchs-Akademie verantwortlich. Seit Vertrag läuft zum 30. Juni aus und wird nicht verlängert.

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