Kauczinski vor St. Pauli-Rückkehr: Habe Frieden gemacht

Nach dem Karlsruher SC steht für Markus Kauczinski das nächste Wiedersehen an. Doch der Trainer von Dynamo Dresden lässt vor dem Spiel beim FC St. Pauli keine Emotionen zu.

Dresden (dpa) - 488 Tage lang war Markus Kauczinski Trainer des FC St. Pauli. Als er im April 2019 beurlaubt wurde, lag der Kiezclub auf Platz sechs - und dennoch hatten sich Fans und Vereinsführung gegen den heutigen Trainer von Dynamo Dresden gewandt. So verwundert es wenig, dass sich Kauczinski vor der Rückkehr und dem Spiel am Freitag (18.30 Uhr/Sky) relativ emotionslos zeigt. «Es ist nicht lange her, da haben wir über meine Rückkehr nach Karlsruhe geredet. Die Antwort fällt nicht anders aus: Ich bin hier Trainer mit Leib und Seele. Das macht mir Spaß und ich bin nur in der Vorbereitung auf das Spiel», sagte Kauczinski vor dem Keller-Duell der 2. Fußball-Bundesliga.

Eine Serie von vier sieglosen Spielen hatte den 49-Jährigen in Hamburg den Job gekostet. Vier Punkte hatte er zu diesem Zeitpunkt Rückstand auf den Relegationsplatz. Den Aufstieg hatte man Kauczinski jedoch nicht mehr zugetraut, obwohl er vom Punkteschnitt einer der erfolgreichsten FCSP-Trainer der vergangenen Jahre war. «Es war eine schöne und erfolgreiche Zeit. Doch jede Zeit hat ihr Ende, ich habe meinen Frieden damit gemacht», sagte Kauczinski. «Natürlich wird niemand gern freigestellt. Das war nicht schön, aber wenn man den Beruf des Trainers ausübt, weiß man, was es bedeuten kann.»

Der Fußballlehrer hatte St. Pauli im Dezember 2017 auf Platz 14 liegend übernommen und in sichere Gefilde geführt. Dennoch war er dort als Typ offenbar nie angekommen, weshalb seine Demission für viele Beobachter nicht überraschend gekommen war. Rein sportlich ist seine Mission in Dresden weitaus schwieriger als damals auf St. Pauli. Durch die Heimniederlage gegen Darmstadt hat diese zudem nach zuvor zwei ungeschlagenen Spielen erstmals einen Rückschlag erlitten.

Fünf Zähler hat das Schlusslicht Rückstand auf Tabellenplatz 15. Dort rangiert der ebenfalls kriselnde FC St. Pauli. Für Dynamo ist das Spiel die große Chance, den Rückstand auf den Ex-Bundesligisten auf zwei Zähler zu verkürzen. Soll die Aufholjagd nicht noch mehr ins Stocken geraten, braucht es in Hamburg dringend den ersten Auswärtssieg der Saison. In zehn Anläufen ist das dem schwächsten Auswärtsteam der Liga bisher noch nicht gelungen. Lediglich drei Remis stehen auf der Habenseite. Am Millerntor sind die Sachsen zudem in acht Versuchen noch ohne Sieg, viermal gab es ein Unentschieden.

«St. Pauli ist ein heimstarkes Team, hat zu Hause sehr viele Punkte geholt. Mit den Fans im Rücken gibt es immer viel Kampf», sagte Kauczinski über seinen Ex-Club. Er weiß, dass St. Pauli nach der Niederlage vom Montag bei Holstein Kiel Wiedergutmachung leisten muss. «Aber ihre Situation bewerte ich nicht. Wir haben genug vor der eigenen Haustür zu kehren.»

In dem Duell muss Kauczinski weiterhin auf Marco Hartmann (Infekt) und Kevin Ehlers (Sprunggelenk) verzichten. Zudem fehlen auch Patrick Ebert (Gelbsperre) und Simon Makienok (Rotsperre). Möglichen Ersatz für Ebert sieht Kauczinski in Baris Atik und dem im Winter verpflichteten Godsway Donyoh.


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