Nach Hinspiel: Aue will in Nürnberg «stressfreier» siegen

Das Hinspiel gegen den 1. FC Nürnberg gewann Erzgebirge Aue nach einem verrückten Verlauf mit 4:3. Im Rückspiel am Freitag könnten die Sachsen bereits den entscheidenden Schritt zum Klassenverbleib machen.

Aue (dpa) - Selbstbewusst, aber nicht leichtsinnig: Die Profis von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue treten mit einem guten Gefühl am Freitag zum Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg an. «Wir sind zwar relativ entspannt, aber wir wissen trotzdem, dass wir noch nicht durch sind», sagte Mittelfeldspieler Clemens Fandrich vor der Partie bei den abstiegsbedrohten Franken bei «MDR aktuell»: «Wir wollen die 40-Punkte-Marke knacken. Erst dann hat man das Gefühl, in Sicherheit zu sein.»

Mit einem Sieg kann die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster den entscheidenden Schritt zum Klassenverbleib machen. Im Hinspiel lieferten sich beide Teams ein Spektakel. Aue gewann mit 4:3, wobei alle sieben Treffer ab der 60. Minute fielen und FCE-Torhüter Martin Männel in der neunten Minute der Nachspielzeit mit einem gehaltenen Foulelfmeter zum Matchwinner wurde. «Es war eines der verrücktesten Spiele in meiner Karriere, einfach unglaublich. Es fällt mir immer noch schwer in Worte zu fassen, was damals passiert ist», erklärte Fandrich rückblickend. Schuster schildert seine Erinnerungen so: «Es hat sich angefühlt wie kurz vorm Kabelbrand im Herzschrittmacher. Es war ein unvergessliches Erlebnis.»

Für das Spiel am Freitag hofft Fandrich, dass «wir das ein bisschen stressfreier über die Bühne bekommen». Auch Schuster betonte auf der Pressekonferenz, dass die Partie unter komplett anderen Vorzeichen steht. Die Nürnberger stehen als Tabellen-15. gewaltig unter Druck. «Sie sind personell besser aufgestellt, als es die Platzierung derzeit aussagt. Wir müssen schauen, wie wir die hochkarätigen FCN-Spieler um Johannes Geis, Robin Hack oder Nikola Dovedan unter Kontrolle halten. Auf der anderen Seite wollen wir auch mutig sein und Akzente nach vorn setzen», sagte Schuster. Auf die bevorstehende Englische Woche will der 52-Jährige bei der Auswahl der Startelf keine Rücksicht nehmen. «Die anderen Spiele interessieren mich jetzt noch gar nicht. Wir werden in Nürnberg die bestmögliche Aufstellung auf das Feld schicken und planen keine Schonzeiten für irgendwelche Spieler ein», äußerte der Trainer.

In den zuletzt gesperrten Tom Baumgart und Calogero Rizzuto stehen Aues Trainer zwei weitere Alternativen für die Außenbahnen zur Verfügung. Verzichten müssen die Erzgebirger am Freitag nur auf Fabian Kalig, Steve Breitkreuz (beide langzeitverletzt) und Nicolas Sessa (Schulterverletzung).

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