Nazarov: Pascal Testroet macht es mir leichter

Erzgebirge Aue empfängt am Sonntag den 1. FC Magdeburg zum ersten Heimspiel der Zweitligasaison. Neuzugang Pascal Testroet wird wohl von Beginn an im Angriff auflaufen - für einen anderen Stürmer ist das kein Problem.

Aue.

Pascal Testroet lässt keinen Zweifel daran, dass er fünf Tage nach seiner Vorstellung das erste Mal für den FC Erzgebirge auflaufen will. "Ich freue mich riesig auf die Partie", sagte der FCE-Neuzugang vor dem Spiel am Sonntag gegen den 1. FC Magdeburg (15.30 Uhr). "Es ist ein Derby. Da weiß jeder, was die Uhr geschlagen hat. Dass ich mit so einer Partie starten darf, ist ein Jackpot."

Aues Trainer Daniel Meyer will sich zwar nicht festlegen, ob der aus Dresden gekommene Testroet gleich im ersten Heimspiel der Saison in der Startelf steht - aber: "Er hat bei Dynamo die ganze Vorbereitung mitgemacht, ist fit und bereits integriert in der Mannschaft", sagte der Coach, der lange auf der Suche nach einem klassischen Mittelstürmer war. "Es ist für die anderen Jungs einfacher, wenn ein Zielspieler da ist. Dann kann man auch mal blind eine Flanke in den Strafraum schlagen. In der Vorbereitung haben wir gezeigt, dass wir mehr Bälle in den Strafraum bringen wollen." Bei der 0:1-Niederlage bei Union Berlin vergangenen Sonntag war dies aus Meyers Sicht besonders in der zweiten Halbzeit zu kurz gekommen.

Für einen der etablierten Angreifer, Sören Bertram oder Dimitrij Nazarov, würde ein Debüt von Testroet einen Platz auf der Bank bedeuten. Im Vergleich der bisherigen Stammkräfte dürfte Bertram eher der Typ Flankengeber sein als Nazarov. Der aserbaidschanische Nationalspieler sieht das anders. Er wähnt in Testroet den passenden Sturmpartner für sich. "Pascal macht mir das Leben einfacher", meint der 28-Jährige. "Ich bin kein Stoßstürmer, ich komme eher aus der Tiefe. Er ist ein Brecher. Das kommt mir entgegen, weil er Bälle auf mich ablegen kann. Das wird gut funktionieren."

Sechs Stürmer stehen inzwischen im Auer Kader. Nazarov sieht dem Kampf um die Plätze in der Startelf aber gelassen entgegen. "Konkurrenz hast du in jedem Profiverein. Das musst du annehmen, im Training Vollgas geben und es am Wochenende auf den Platz bringen - dann wird kein Weg an dir vorbeiführen. Ich mache mir keinen Kopf."

Mangelndes Selbstbewusstsein war nie das Problem des Aserbaidschaners. Daran hat auch die vergangene Saison nichts verändert, als er lediglich dreimal den Ball im Netz unterbrachte. "Viele fragen: 'Wenn er kein Tor schießt, warum soll er dann spielen?' Wer sich aber auskennt und etwas von Taktik versteht, weiß, was es bedeutet, ein Verbindungsspieler zu sein", erklärt Nazarov. "Ich reiße Lücken, bin für den Gegner schwer zu greifen. Manchmal ist es nur ein Laufweg, der ein Loch aufmacht. Ich denke, Pascal Köpke hatte so manches Mal wegen mir freie Bahn", sagt der FCE-Stürmer mit Blick auf den zu Bundesligist Hertha BSC abgewanderten Torjäger und fügt hinzu: "Zum Glück wissen das die Trainer."

Er arbeitet im Training dennoch weiter an seinem Abschluss. Schließlich sind auch für Verbindungsspieler Tore der eindrucksvollste Leistungsnachweis. In Berlin hatte er vergangenen Sonntag eine große Torchance verpasst - freistehend, drei Meter vor dem Tor. "Die Flanke war abgefälscht, geht mir ans Standbein. Da sehe ich unglücklich aus. Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren", meint Nazarov schulterzuckend. "Sollte ich aber gegen Magdeburg treffen, haben die meisten vergessen, was in Berlin war. So ist das Geschäft. Ich kann damit umgehen, bleibe vollkommen cool."

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