Ost-Klassiker vor Abstiegskampf: Dresden vs. Magdeburg

Früher waren sie Konkurrenten um Titel und Meisterschaften. Heute sind sie es im Zweitliga-Abstiegskampf. Der «Elb-Clásico» des Fußball-Ostens. Dresden und Magdeburg treffen zum 81. Mal aufeinander.

Dresden (dpa) - Es ist der Klassiker der ehemaligen DDR-Oberliga. Am Samstag (13.00 Uhr/Sky) treffen Dynamo Dresden und der 1. FC Magdeburg im «Elb-Clásico» das 81. Mal aufeinander, aber erst das zweite Mal in der 2. Fußball-Bundesliga. Einst kämpften beide um Titel und Meisterschaften, nun heißt die Realität: Abstiegskampf.

In Dresden wollte man diese Saison eigentlich nicht noch einmal damit zu tun haben. Dass sich die Sachsen mit Rang 14 nun doch in unmittelbarer Nähe zu den Abstiegsrängen befinden, hat seinen Grund auch in der bisherigen Rückrunden-Bilanz - Dresden ist das schwächste Team dieses Jahres. 2019 gab es in sechs Partien bisher nur zwei Zähler, unter Neu-Coach Cristian Fiél war zuletzt immerhin ein Aufwärtstrend zu erkennen. Dennoch sind es derzeit nur sechs Punkte Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang.

Aufsteiger Magdeburg wollte das Unterhaus eigentlich erobern. Die Realität heißt aber Platz 15, ein Zähler Vorsprung auf den MSV Duisburg auf dem Relegationsrang-16. Vor allem die Ergebnisse zuletzt sorgten nach einem zwischenzeitlichen Hoch für Sorgen. Gegen den jeweiligen Tabellenletzten Duisburg und Sandhausen kassierte der 1. FCM jeweils ein 0:1. «Die Dinge wurden klar angesprochen. Ich gehe davon aus, dass wir Samstag ein anderes Gesicht zeigen», sagte FCM-Trainer Michael Oenning.

Für Brisanz ist also gesorgt. Welche Bedeutung das Derby hat, unterstrich Dennis Erdmann. Der 28 Jahre alte Abwehrspieler stand einst bei Dynamo unter Vertrag, er wohnt weiterhin in der sächsischen Landeshauptstadt. «Wir müssen einfach alles reinlegen, ich nenne es immer Gladiatorendenken. Dann wird's für uns und unsere Fans ein geiles Spiel», sagte er: «Wir wollen mit klarem Kopf und brennendem Herz in Dresden auftreten.»

Brisanz und Spannung war auch beim 2:2 im Hinspiel geboten. Das erste Zweitliga-Aufeinandertreffen beider Teams in Magdeburg hatte seine eigene Dramaturgie. Bis zur 60. Spielminute lagen die Hausherren mit 0:2 zurück. Ein verschossener Elfmeter von Dynamos Torjäger Moussa Koné kurz vor Schluss hätte die Partie entscheiden können, eröffnete aber so Magdeburg noch die Chance auf den Ausgleich.

Letztlich wäre selbst noch der Sieg für den FCM möglich gewesen. Doch beiden Elbestädtern fehlen Aufhol-Qualitäten. Liegen sie zurück, sind Niederlagen zumeist garantiert. 15 Rückständen lief Magdeburg in dieser Saison hinterher, nur vier wurden egalisiert. Gewonnen hat der FCM nach Rückstand in dieser Saison noch nicht. Vergleichbares wie im Hinspiel erlebte Dynamo beim Fiél-Debüt gegen Bochum, als die Sachsen ebenfalls einen 0:2-Rückstand egalisierten. Es war das bisher letzte von drei Remis, die Dresden bei 14 Rückständen noch errang.

Mit einem Sieg kann Dresden den Abstand zum Rivalen auf acht Punkte ausbauen. «Wir müssen das Spiel so angehen, dass wir den Gegner 90 Minuten lang mit unseren Fans ersticken», erklärte Torwart Markus Schubert. «Die dürfen zu keiner Sekunde das Gefühl haben, dass es hier was zu holen gibt.»

Dafür stehen den Sachsen auch wieder Koné und Innenverteidiger Florian Ballas zur Verfügung. Beide sind am Dienstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. «Sie haben ihre Sache ordentlich gemacht und sind einsatzbereit», sagte Fiél am Freitag. Kapitän Marco Hartmann und Brian Hamalainen fehlen weiterhin auf unbestimmte Zeit verletzt.

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