Stammplatz und Jubiläumstor: Testroet fühlt sich in Aue wohl

Der Stürmer ist in dieser Saison der treffsicherste Spieler des FC Erzgebirge. Der 28-Jährige hat eine klare Vorgabe, wie viele Punkte er mit den Veilchen noch bis zur Winterpause holen will.

Aue.

Pascal Testroet wusste, bei wem er sich für sein Tor gegen Jahn Regensburg bedanken musste. "Mindestens 70 Prozent gehen auf das Konto von Florian Krüger. Das macht er überragend - wie er sich durchsetzt und querpasst. Ich brauchte ja wirklich nur noch einschieben", sagte der Stürmer des FC Erzgebirge Aue nach dem 1:1 (1:1) am Freitagabend gegen den Jahn. Mit dem Treffer trug sich der 28-Jährige in die Geschichtsbücher des Vereins ein, denn es war das 500. Zweitligator der FCE-Historie. "Klar freue ich mich darüber", sagte der gebürtige Bocholter.

Für Testroet läuft es seit seinem Wechsel von Dresden ins Erzgebirge ohnehin gut. In Aue bekam, er genau das, was ihm bei Dynamo zuletzt verwehrt blieb: einen Stammplatz. Der bullige Stürmer lief seit seiner Vorstellung beim FCE in jeder Partie von Beginn an auf. Trainer Daniel Meyer lässt auch in Interviews keine Zweifel daran aufkommen, dass Testroet gesetzt ist. Daran änderte auch seine sieben Spieltage andauernde Durststrecke von Mitte September bis Ende November ohne Torerfolg nichts. Mit insgesamt sechs Toren und zwei Vorlagen in 15 Einsätzen zahlte der Profi das Vertrauen zurück.

Die Frage vor den Partien ist, wer neben Testroet stürmt. Sören Bertram, Dimitrij Nazarov, Emmanuel Iyoha und Krüger waren seine Sturmpartner. Letztgenannter legte Testroet nicht nur den Treffer gegen Regensburg auf, sondern auch den eine Woche zuvor beim 1:2 in Bochum. Hat sich also das neue lila-weiße Sturmduo gefunden? "Das hat zweimal super geklappt und es hätte niemand etwas dagegen, wenn es so weiterlaufen würde", erklärte der FCE-Angreifer eher zurückhaltend. Dass Relegationsheld Bertram und der aserbaidschanische Nationalspieler Nazarov in den vergangenen Wochen meist zuschauen mussten, bietet durchaus Zündstoff im Lößnitztal. Befrieden können solche Nebenkriegsschauplätze nur Erfolge auf dem Rasen.

Auch wenn es für die Veilchen gegen Regensburger trotz Leistungssteigerung nicht für den ersten Sieg seit Ende Oktober reichte, wollte Testroet die Situation nicht zu pessimistisch bewerten. "Man darf das Glas auch nicht immer halbleer sehen. Wir haben 15 Punkte und noch drei Spiele bis zur Winterpause. Da wollen wir mindestens noch fünf Punkte holen", meinte er.

Gleichzeitig merkte der Profi aber auch an, dass man davon profitiere, dass "einige Mannschaften hinter uns noch weniger Punkte holen". Seit dem elften Spieltag stehen die Erzgebirger auf dem 13. Tabellenplatz, obwohl sie seitdem keinen Sieg mehr einfahren konnten. Geht es nach Testroet, ändert sich das schon am Sonnabend beim Auswärtsspiel in Fürth: "Die Greuther spielen eine gute Saison. Nichtsdestotrotz wollen wir dort gewinnen."

FCE mit Gewinn, Gerd Schädlich ausgezeichnet

Helge Leonhardt ist am Sonnabend auf der Mitgliederversammlung des FC Erzgebirge Aue erneut als Präsident des FC Erzgebirge bestellt worden. Der 60-Jährige führt seit 2014 den Fußball-Zweitligisten. Vizepräsident bleibt Joachim Engelmann. Aufsichtsratsvorsitzender für die nächsten drei Jahre ist Bernd Keller, der das Gremium seit 2015 leitet.

Während der Mitgliederversammlung der Veilchen kam es zu einem Streit über die Satzung. Über deren Reform sollten die Vereinsmitglieder laut Tagesordnung abstimmen. Doch dazu kam es nicht, da zuvor heftig darüber gestritten wurden, wie künftig die Führungsgremien besetzt werden. Letztlich wurde die Satzungsänderung vertagt.

Der Vorstand verkündete, dass die Saison 2017/2018 mit einem Gewinn von 82.000 Euro nach Steuern abgeschlossen wurde. Das Budget lag bei knapp 16 Millionen Euro. Das Eigenkapital wurde im Vergleich zur Saison 2016/2017 von 205.000 Euro auf 287.000 Euro gesteigert. Für die aktuelle Saison plant der Zweitligist mit einem Etat von 18,5 Millionen und einem Jahresüberschuss von 183.000 Euro. "Wir sind wirtschaftlich gesund", sagte Leonhardt unter dem Applaus der 416 Mitglieder im VIP-Bereich des Erzgebirgsstadions. Der FCE-Präsident schloss in seiner Rede eine Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft aus.

Gerd Schädlich wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Der 65-Jährige trainierte die Auer von 1999 bis 2007, führte die Veilchen zum ersten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Neue Ehrenmitglieder sind zudem Karl Matko, Roland May und Martin Henselin.sesi

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