Terodde macht den Unterschied: Auer wollen Ruhe bewahren

Simon Terodde wurde für den FC Erzgebirge Aue mal wieder zum Alptraum. Der Stürmer des 1. FC Köln schoss die «Veilchen» bei der 1:3-Niederlage am Samstag im Alleingang ab. Trainer Daniel Meyer beschwört nach der mageren Ausbeute zum Saisonstart den Zusammenhalt.

Köln (dpa) - Das vierte Pflichtspiel, die dritte Niederlage: der FC Erzgebirge Aue muss nach der 1:3 (1:1)-Niederlage beim 1. FC Köln weiterhin auf das erste Erfolgserlebnis in der noch jungen Saison warten. Dass die «Veilchen» beim Bundesliga-Absteiger erneut leer ausgingen, lag hauptsächlich an einer Person: Simon Terodde. Kölns Stürmer erzielte alle drei Treffer für die Gastgeber (26., 69., 89.). Der 30-Jährige wurde nicht zum ersten Mal in seiner Karriere zum Spielverderber für die Sachsen. Im August 2014, noch im Trikot des VfL Bochum (1:5), und im Mai 2017 für den VfB Stuttgart (0:3) gelangen Terodde in den Begegnungen mit dem FC Erzgebirge jeweils zwei Treffer. Am Samstag schlug der Mittelstürmer sogar dreifach zu. So viel geballter Offensivqualität hatten tapfer kämpfende Erzgebirger nicht viel entgegenzusetzen. «Er hat eine Klasse, die in dieser Liga kein anderer Stürmer vorweisen kann. Terodde ist der Robert Lewandowski der 2. Liga», zollte nicht nur FCE-Stürmer Sören Bertram dem Matchwinner Respekt. «Wenn ich mich recht entsinne, wurde uns Terodde in der Vergangenheit auch schon mal angeboten und damals für zu alt befunden. Anschließend hat er angefangen, regelmäßig gegen uns zu treffen», erklärte Torhüter Martin Männel mit einem leicht verschmitzten Lächeln. Dass die Stimmung im Auer Lager nach dem Schlusspfiff zwar gedrückt, aber keinesfalls komplett niedergeschlagen war, lag an der zumindest kämpferisch ordentlichen Vorstellung. Bertram sprach sogar von der «besten Saisonleistung» seines Teams. Trotz guter Ansätze bleibt die Mannschaft von Trainer Daniel Meyer nach dem dritten Spieltag mit nur einem Punkt weiter im Tabellenkeller stecken. «Wir haben uns teuer verkauft. Die Kölner haben sich lange Zeit die Zähne an uns ausgebissen. Wir hatten das Publikum sogar schon so weit, dass gepfiffen wurde. Trotz der Niederlage mache ich mir um die Mannschaft keine Sorgen», sprach Kapitän Männel aber auch die Dinge an, die ihm nicht gefielen: «Wir haben im Vorwärtsgang zu schnell die Bälle verloren oder haben im letzten Drittel zu ungenau gespielt. Da wünsche ich mir für die nächsten Spiele mehr Effizienz und Kaltschnäuzigkeit.» Beides bewies in Köln nur Clemens Fandrich. Aues Mittelfeldspieler traf in der 29. Minute mit einem sehenswerten Schuss aus rund 25 Metern in den linken Winkel zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Vor allem in der zweiten Halbzeit fehlte es dem Offensivspiel der Gäste an Genauigkeit, Mut und Zielstrebigkeit. «Die viel zu schnellen Ballverluste waren unser größtes Problem in der zweiten Hälfte. Das hat Kraft gekostet und war phasenweise auch frustrierend», sagte Meyer. Dass seine Schützlinge aufgrund des neuerlichen Negativerlebnisses in ein psychologisches Loch fallen könnten, glaubt Meyer nicht. «Die Jungs müssen den Kopf oben behalten. Das nervige Ausscheiden vor einer Woche im DFB-Pokal gegen den FSV Mainz 05 haben wir auch gut weggesteckt», fordert Meyer weiterhin Zusammenhalt im und rund um den Verein. «Ich habe sehr positiv zur Kenntnis genommen, dass die Fans die Leistung der Mannschaft in der Kurve honoriert haben. Wir werden unsere Punkte noch holen. Am Freitag soll beim FC Ingolstadt der erste Dreier in dieser Saison her.»

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