Testroet beendet Durststrecke und schießt Aue zum Sieg

Dem FCE-Stürmer gelingt beim 3:0 (1:0)-Erfolg des FC Erzgebirge gegen den SV Sandhausen ein Doppelpack. Den Schlüssel zum wichtigen Sieg beim Tabellenletzten machte Testroet nicht in der Offensive aus.

Aue.

Die Spieler des FC Erzgebirge Aue schleppten sich zum eigenen Anhang, um mit den Fans den 3:0 (1:0)-Sieg beim SV Sandhausen zu feiern. "Die Tanks sind leer", gab Pascal Testroet anschließend zu und fügte freudestrahlend an: "Aber das ist jetzt nicht so schlimm." Dank seines Doppelpacks (1., 69.) und des Treffer von Jan Hochscheidt (81.) am Sonnabend beendete der Zweitligist die englische Woche nach dem 0:0 gegen Duisburg und der 0:1-Niederlage am Mittwoch im Nachholspiel gegen Köln mit vier Zählern.

FCE-Trainer Daniel Meyer spendierte seinen Schützlingen zwei freie Tage. "Die Jungs haben alles rausgehauen. Ich muss ihnen ein Riesenkompliment machen, weil das mit nur zwei Tagen Regenerationszeit echt brutal ist", sagte der 39-Jährige. "Das Spiel ist mit dem frühen Treffer ideal für uns losgegangen. Damit war das Thema, dass wir zuletzt das Tor nicht getroffen haben, mit einem Schlag weg."

"So ein Geschenk bekommt man auch nicht oft", meinte Testroet zu seinem 1:0. Im Spielaufbau sprang Sandhausen Kapitän Denis Linsmayer die Kugel weit vom Fuß, Hochscheidt ging dazwischen und bediente Testroet, der den Ball nicht einmal 50 Sekunden nach dem Anpfiff in die Maschen beförderte. Für Testroet war es das erste Tor im sechsten Spiel nach der Winterpause. "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Ich bin auch ein Kopfmensch und habe mir Gedanken darüber gemacht", sagte der 28-Jährige.

Kurz vor der Winterpause hatte Testroet nahezu nach Belieben getroffen, acht Tore erzielte er in den letzten fünf Partien vor dem Jahreswechsel. Doch 2019 war Sand im Getriebe des Torjägers - bis zum Samstag. "Paco stand nach seinem ersten Tor total unter Strom. Der hat gar nichts mehr gemerkt. Keine Ahnung, wo er die Kraft sonst hergenommen hat", erklärte Meyer. Im zweiten Durchgang legte der bullige Angreifer mit seinem 14. Pflichtspieltor in dieser Saison nach. Eine Hereingabe von Tom Baumgart verwertete er mit einer präzisen Direktabnahme ins Eck des Gehäuses.

Testroet bedankte sich für das Vertrauen des Trainers und der Mitspieler in den vergangenen Wochen. "Keiner hat an mir gezweifelt. Alle haben gesagt, dass ich mir keinen Kopf machen soll, dass sie an mich glauben. Das zu spüren, tut enorm gut. Ich bin froh, dass ich den Jungs das heute zurückzahlen konnte.", sagte der gebürtige Bocholter.

Das deutliche Ergebnis mit drei Treffern überstrahlte, dass die Auer gegen den komplett verunsicherten Tabellenletzten keine glanzvolle Partie abgeliefert hatten. Testroet machte den entscheidenden Faktor für den wichtigen Erfolg im Abstiegskampf daher nicht an der Leistung der Offensive fest: "Wir hatten noch die ein oder andere Chance, die wir liegenlassen. Da kann man schon noch einmal wackeln. Die Jungs hinten haben uns aber viel Sicherheit gegeben. Ich kann mich nicht erinnern, das Sandhausen eine gute Chance hatte."

Die Veilchen kletterten durch den Auswärtserfolg auf Platz elf der Tabelle. Dass durch die vermeintlich komfortable Lage einmal mehr der Schlendrian einkehrt, glaubt Testroet nicht. "Da sehe ich überhaupt keine Gefahr. Wir haben das Polster nach der Winterpause etwas eingebüßt. Das stimmt. Aber wir haben jetzt wieder zu dem Fußball zurückgefunden, der uns in der Hinrunde stark gemacht hat", sagte er. "Wir wissen, dass man mit 29 Punkten noch nicht durch ist. Also heißt es Weitermachen. Es macht doch Spaß, so Fußball zu spielen - und zu gewinnen."

Co-Trainer erkrankt

Robin Lenk war am Sonnabend während der Auswärtspartie der Auer in Sandhausen, wie schon beim Heimspiel am Mittwoch gegen Köln, nicht im Stadion. Der Zweitligist teilte am Samstag nach dem 3:0 mit, dass der Co-Trainer erkrankt und in ärztlicher Behandlung sei. Genauere Angaben machte der Verein nicht.

In der Presseinformation des Vereins heißt es weiter, dass der Verein dies in erster Linie mitteile, "um insbesondere die Privatsphäre von Robin Lenk zu schützen". Zuvor hatte die "Morgenpost" berichtet, die Erzgebirger hätten sich von Lenk getrennt. Gerüchte, der Co-Trainer wäre bei FCE-Präsident Helge Leonhardt in Ungnade gefallen, machten die Runde. Lenk ist mit Leonhardts Tochter verheiratet. (sesi)

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