Tifferts unerwartetes Wiedersehen: Erzgebirge Aue gegen VfB Stuttgart

Für Christian Tiffert steht ein ganz besonderes Spiel an. Aues Routinier erwartet mit dem VfB Stuttgart jenen Club, in dem er seine Profikarriere begann. Geschenke will er nicht verteilen. Die abstiegsgefährdeten Erzgebirgler brauchen jeden Punkt.

Aue (dpa) - Christian Tiffert trifft auf seine Vergangenheit. Der Mittelfeld-Routinier erwartet mit dem Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue am Sonntag (13.30 Uhr) im Erzgebirgsstadion mit dem VfB Stuttgart den Club, in dem er vor mehr als eineinhalb Jahrzehnten sein Profidebüt feierte. «Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch mal gegen Stuttgart spielen werde», sagte der Routinier im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Vor knapp eineinhalb Jahren hatte Tiffert seine aktive Karriere eigentlich beendet. Da war Stuttgart noch stabiler Erstligist. Dann folgte der unerwartete Abstieg der Schwaben und der überraschende Aufstieg der Auer. Tiffert schnürte immerhin sechs Jahre lang seine Töppen für den VfB. Ein emotionales Wiedersehen steht also an.

Gegen den Topfavoriten sieht Tiffert durchaus Chancen. «Es hat sich ein bisschen was geändert», sagte der 34-Jährige. Das lässt sich am besten in der Innenverteidigung ablesen: der spielstarke Julian Riedel, derzeit eh verletzt, sitzt auf der Bank. Stattdessen steht der rustikalere Adam Susac auf dem Platz. Mehr Kampf, weniger schönes Spiel also. «Trotzdem können wir uns in jedem Spiel Torchancen erarbeiten», unterstrich Tiffert. Mit dieser kampfbetonten Einstellung holte Aue zuletzt einen Punkt in Würzburg, wartet aber dennoch seit fünf Spielen auf einen Sieg.

Wie lange Tiffert noch auf dem Platz stehen wird, ist offen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, der gebürtige Hallenser möchte sich auch erst gegen Ende der Saison entscheiden. Nur eins ist klar: Tiffert bleibt im Erzgebirge, wo er ein neues zu Hause gefunden hat. Seine Frau und seine beiden Kindern sind mittlerweile nachgezogen. 

Tiffert soll nach der Karriere in den Verein eingebunden werden. «Wir haben eine interne Vereinbarung», verriet Präsident Helge Leonhardt, auch wenn die genaue Aufgabe noch nicht feststeht. «Wir werden ihn in den Verein integrieren, ihn entwickeln. Er ist eine Persönlichkeit, ein stiller Leitwolf». 

Auf dem Platz kann der Leitwolf auch schon laut werden, wenn es nicht läuft. Tiffert ist Vorbild in Sachsen Einsatz und Wille. Nur eins, ist seine Sache nicht: Tore schießen. Seit über sechs Jahren wartet er wieder auf einen Treffer. «Das wäre doch ein toller Anlass», meinte Tiffert lachend und ergänzte: «Zwei Vorlagen für Pascal Köpke wären auch in Ordnung.»

Die Auer wollen die Partie wie ein Pokalspiel angehen. «Im Pokal können wir jede Mannschaft schlagen. Das haben wir oft gezeigt», sagte Trainer Pavel Dotchev. Seine Mannschaft sei nicht chancenlos. «In der letzten Saison haben wir noch gegen Stuttgart II gespielt. Das ist ein krasser Unterschied, aber das macht die Aufgabe so reizvoll. Wir müssen mit positiven Gedanken ins Spiel gehen», forderte er.

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